Woher kommt die Angst vor Plagiaten und Plagiatsprüfung?

(Abb.: Die Angst vor Plagiaten hemmt Studierende, Lehrende und Hochschul-Verwaltung. (c) Fotolia 170975122 by “stokkete”)   Angst ist höchst individuell und sie sollte immer ernst genommen werden. Doch wie meine eigene Angst vor großen Höhen, ist ein Gefühl von Angst oft auch sehr irrational. Im Zusammenhang mit Angst vor Plagiaten und der Plagiatsprüfung sollte man sie nicht überbewerten: Bei vielen Studierenden kommt Unwissenheit gepaart mit einigen konkreten Quellen und Auslösern zusammen und löst so Angst und Befürchtungen aus. Vieles davon stimmen gar nicht oder ist nur halbrichtig. In Summe kann das Studierende jedoch arg hemmen und sich besonders auf den Schreibprozess auf dem Weg zur Abschlussarbeit negativ auswirken. Woher kommt sie also, die Angst vor Plagiaten? Eine Suche mit Happy End.   Angst vor Plagiaten Hunderte Studierende aus den unterschiedlichsten Fachbereichen haben mir in den letzten Jahren von ihrer Angst vor Plagiaten und ganz besonders auch vor der Plagiatsprüfung berichtet. Besonders diejenigen unter ihnen, die sich sehr bemühen – und das ist die absolute Mehrheit! – ihre Abschlussarbeit sehr gründlich zu erstellen, sind schrecklich verunsichert: Habe ich wirklich alle wichtigen Informationen bekommen/ gefunden? Habe ich alle Anleitungen zum Zitieren auch wirklich verstanden? Was, wenn ein Satz/ ein Zitat nicht stimmt, falle ich dann durch die Plagiatsprüfung? Diese und ganz ähnliche Fragen beschäftigen viele Studierende, oft monatelang. Bis zur Abgabe haben viele die Angst, doch irgendwie etwas falsch gemacht zu haben, ohne dass sie das möchten, einfach aus einem echt blöden Zufall heraus. Ich kann die Frustration der Studierenden sehr gut… Lesen Sie hier weiter!

Anleitungen für plagiatsfreies Editieren (Rezension)

„Against Plagiarism. A Guide for Editors and Authors“ von Yuehong (Helen) Zhang ist bei Springer in der Reihe „Qualitative and Quantitative Analysis of Scientific and Scholary Communication“ erschienen. Wie der Titel schon sagt, betrachtet dieses Buch die „Geisel Plagiat“ einmal nicht aus Hochschulsicht, sondern von Seiten der Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die in Journalen die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten einreichen und der dort zuständigen EditorInnen.  (Abb.: Cover des vorgestellten Buches von Y. H. Zhang; (c) Springer Verlag) Der Einstieg in die Materie Da meine erste fachliche Sommerlektüre 2017 verspricht, mit praktischen Hilfestellungen gegen Plagiarismus aufzuwarten, bin ich reichlich nervös und sehe dem Unterfangen Rezension freudig entgegen. Die ersten, einleitenden Zeilen (der Editorin Sally Morris) lesen sich klar und einfach: Plagiarismus ist Diebstahl und Betrug, auch wenn der Text oder andere Elemente aus eigenen zuvor publizierten Werken stammen (Selbstplagiarismus). Wer mehr als ein paar Zeilen kopiert ohne entsprechende Angaben zu machen, könnte sich auch am Urheberrecht vergehen. Das Problem ist alt, aber Schuld ist heute natürlich das Internet, das kopieren so viel einfacher macht. Starkes Stück! Nur – wenn denn alles so klar und einfach ist, wieso sind wir dann immer noch nicht besonders weit gekommen in Sachen Plagiatsprävention?! Das frage ich mich jetzt und erwarte Aufklärung dazu in diesem Buch zu finden. Nur bis zum vierten Absatz dauert es dann noch, bis die leidige Textabgleichssoftware („Plagiatsprüfsoftware“) erwähnt wird, allerdings erfreulicherweise mit den Hinweisen, dass die Software nicht jede Form von Betrug finden kann, noch alle je erschienenen Texte als Vergleichsmaterialien vorliegen hat,… Lesen Sie hier weiter!

Contract cheating – Outsourcing von Aufgaben durch Studierende

Contract cheating war bei der diesjährigen internationalen Plagiarismus-Tagung in Brno DAS Buzzword schlechthin. Tatsächlich ist diese Bezeichnung ein Sammelbegriff für eine spezielle Form von Schummeln an Hochschulen, dem Outsourcing von Aufgaben, allerdings schon rund 10 Jahre alt und somit gar nichts mehr Neues. Für mich ist immer wieder erstaunlich zu hören, wie einfallsreich viele beim Schummeln werden … wäre dieser Energieaufwand nicht gleich viel sinnvoller in das Lernen gesteckt?!   Worum geht es bei contract cheating? Kurz gesagt – einE Studierende umgehen die an sie gestellten schriftlichen Aufgaben, indem sie jemanden beauftragen, der ihre Uniarbeit (von Hausarbeit bis Abschlussarbeit) verfasst (akademisches Ghostwriting). Die Gründe sind wohl genau so vielfältig wie die Methoden, warum jemand einen Schreiberling für seine Uniarbeiten hinzuziegt. Während die LohnschreiberInnen in früheren Jahren ohne entsprechende Internet-Plattformen wohl Bekannte und Empfehlungen von FreundInnen waren, ist die Sache mittlerweile ein riesiger und sehr heterogener Dienstleistungssektor geworden. Die Beauftragung kann über „klassische“ sogenannte Ghostwriting-Agenturen, „essay mills“ (Text-Tausch-Seiten) und Auktionsseiten für FreelancerInnen stattfinden. Wie schnell klar wird, stehen dahinter viele Personen, die super verdienen – ein Millionengeschäft mit dem akademischen Betrug lockt! Denn leider zeigen Studien (z. B. 2017 von Curtis & Clare), dass wohl an die 60% der Studierenden in Großbrittanien zumindest einmal bereits solche Dienstleistungen in Anspruch nahmen. Rechnen Sie auch nur einen Minimalbetrag von 10 Pfund pro erfolgtem Auftrag, kann das ganz schnell in die Millionen gehen!   (Abb.”Arms crossed” von “Forest Runner” @Flickr)   Ich lass das mal wen machen … Wie einfach man zu Texten kommen… Lesen Sie hier weiter!

Müssen Politiker bei einem Plagiatsskandal zurücktreten?

Eine wiederkehrende Interview-Frage an mich: Plagiierende PolitikerInnen müssen weg, oder?! So kam das Gespräch auch letzte Woche bei einem Interview mit dem Radiosender “NJoy” auf den Skandal im Steirischen Landtag. Dazu gibt es fachlich keine einheitliche Meinung, aber als Diskussionsvorlage zu diesem Thema möchte ich Ihnen meine persönlichen Ansichten darlegen.   First things first Bei solchen “Skandalen” kann ich weder fachlich noch privat wahnsinnig viel Nutzen für die Wissenschaften erkennen, was ja von zahlreichen “Plagiatsjägern” als Hauptargument der “Jagden” angeführt wird. Eher im Gegenteil (siehe unten). Bislang – also in mehr als 6 Jahren Vollzeittätigkeit in diesem Bereich – konnte ich noch keine nennenswerten nachhaltigen Änderungen an Hochschulen feststellen, die Studierenden und Lehrenden den Sachverhalt Plagiat, Notwendigkeit von Zitaten und dergleichen viel besser näherbringen würden. Bitte das nicht falsch zu verstehen: Natürlich ist es absolut legitim und sehr wichtig absichtliche Fehlverhalten zu ahnden, um Hochschulen und Abschlüsse zu schützen, wie ich an diverser Stelle hier im Blog und in Interviews stets betone. Absolut nichts hat sich natürlich auch nicht getan, es ist nur nicht die Richtung durch diese Skandale, ich finde es fachlich nur nicht in die richtige Richtung laufend.   (Abb.: “question mark” von Karen Eliot @Flickr)   Let’s have a coser look! Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass PolitikerInnen nach einem Plagiatsskandal, der sie eindeutig(!) eines bewussten, absichtlichen(!) Schummelns überführt hat, unbedingt zurücktreten müssen. Dass solche Entscheidungen, ob Absicht im Spiel war oder wahrscheinlich im Spiel war oder nicht, von Hochschulen nicht willkürlich getroffen wird, sieht man an… Lesen Sie hier weiter!

Zu viel oder falsch zitieren ist falsch, aber kein Plagiat

Zugegeben, die Definition von Plagiaten wirkt ziemlich weit gefasst (fremde Inhalte absichtlich oder unabsichtlich ohne entsprechende Kennzeichnung als eigene Leistung ausgeben). Trotz vieler Graubereiche ist sie für den alltäglichen Gebrauch dennoch verständlich und meist gut praktikabel. Neuerdings wird jedoch alles mögliche als vermeintliches „Plagiatsproblem“ in eben diesen Topf geworfen – das verwirrt (nicht nur) Studierende zusätzlich. In diesem Artikel entwirre ich vier typische Vertreter dieser Fälle!   Falschzitat Typ 1 – Überzitieren Tatsächlich kann es beim Zitieren es ein „zu viel des Guten“ geben. Halb so wild, könnte man meinen, Hauptsache zitiert, damit kein Plagiatsverdacht aufkommen kann. Und genau das ist das Problem! NIEMALS sollten Sie Zitate nur aus dem Kalkül heraus setzen, nicht bei der Plagiatsprüfung aufzufallen! Vergessen Sie diese Textanalyse ganz schnell, es hat beim Schreiben nichts in Ihrem Kopf zu suchen. Beim Schreiben tanzen Sie mit dem Thema, achten auf einen guten Textfluss und den roten Faden, bauen stichhaltige Argumentationen auf und finden stimmige Belege dafür … So vieles ist jetzt wichtig, doch Plagiate sind es nicht. Bezüglich Menge an Zitaten in akademischen Texten gelten zwei wichtige Faustregeln, die immer im direkten Wechselspiel zueinander stehen: Benutzen Sie so WENIG Literatur als irgendwie möglich für Ihre Argumentation, aber so viel als nötig ist. Zitieren Sie im Zweifelsfall aber lieber einmal zu VIEL als einmal zu wenig.   Falschzitat Typ 2 – Zitieren, weil man die Quelle nicht genau versteht Auch nicht so selten sind (meist direkte) Zitate, die in den Text eingefügt wurden, weil die Schreibenden sie entweder… Lesen Sie hier weiter!