Wie wird das Schreiben zu meinem Beruf und weitere neugierige Fragen (Bloginterview)

Das Schreiben zum (Neben-)Beruf zu machen ist mir persönlich vor kurzem gelungen. Ein Sachbuch zu erstellen, aus einem Thema entspringend, das man ohnedies beruflich schon lange und entsprechend gut kennt, erschien mir langfristig ein sehr natürlicher Schritt in meinem eigenen beruflichen Werdegang zu sein. Das „Schreib-Fieber“ habe ich allerdings schon seit der Volksschule. Die große Freude Dinge, die zunächst nur in meinem Kopf herumschwirren, so auf’s Papier zu bringen, dass andere es verstehen und dann auch noch spannend/wichtig/lustig finden, hat mich seither immer begleitet.

Das Projekt „erstes eigenes Buch“ neben dem Vollzeit-Brotjob von uns vier AutorInnen zu schaffen, war dann doch deutlich schwieriger als ich zunächst dachte. Plötzlich rang ich, die Viel-, Gern- und Gutschreiberin, um Sätze, um einzelne Worte sogar. Tage und schließlich sogar einige Wochen reihten sich aneinander, an denen ich kaum mehr als einen Satz zustande brachte. Aus dem Spaß wurde eine echte Qual!

Erst die Rückbesinnung dazu, was meine ursprüngliche Intention und mein Ziel war, dieses Buch (Eigenwerbung hier) zu beginnen, die guten Momente bislang (zum Beispiel sofort einen namhaften Verlag gefunden zu haben, viele weitere wären ebenfalls interessiert gewesen) und mein Team hat mich endlich aus dieser unangenehmen Phase holen können.

Um besser darüber zu Reflektieren, was es mit dem Schreiben als und im Beruf so alles auf sich hat, habe ich heute eine Frau zum Bloginterview geladen, die mehr Einsichten dazu hat: Meine heutige Interviewpartnerin ist Frau Barbara Stromberg von „Schreiben-als-Beruf.de“! Herzlich Willkommen!

 

Natascha Miljković (NM): Liebe Frau Stromberg, was hat Sie zum Schreiben gebracht? War das wie bei mir immer schon da oder gab es vielleicht sogar Schlüsselmomente, die Sie mit dem in Berührung brachten?

Barbara Stromberg von „Schreiben-als-Beruf.de“: Ich wünschte, ich hätte einen solchen schillernden Moment, um davon zu berichten. Immerhin: Ich habe als Kind früh, viel und gern gelesen. Das war’s aber auch schon. Mein kreativer Output beschränkte sich bis zum Abi auf die Vertonung der ersten Seiten meiner Kinderbibel auf Kassette mit 7 Jahren und einem Fantasyroman mit 10, der über die ersten sechs Seiten nicht herauskam. Bei mir ist es nicht so sehr das Schreiben, sondern der Spaß an der Sprache und den Möglichkeiten, die sie bietet, die mich dazu brachte, das Schreiben als Beruf zu wählen.

 

(Foto: meine Interviewpartnerin, Barbara Stromberg von “Schreiben-als-Beruf.de”;
(c) Volker Schäffner
)

 

NM: Gibt es eigentlich „Anzeichen“, wann jemand „reif“ ist, das Schreiben generell zum Beruf zu machen? Oder gibt es Ihrer Meinung nach vielleicht sogar Voraussetzungen, die man dafür idealerweise mitbringen sollte?

BS: Das Schreiben sollte einem leicht fallen, ohne danach zu klingen. Ich meine damit nicht, dass es immer und jederzeit mühelos einfach geschehen muss. Aber wer das Schreiben und das Nachdenken über die Wirkung der Wörter als Broterwerb tagtäglich und stundenlang exerzieren möchte, sollte das ohne körperliche und geistige Schmerzen tun können. Sonst wird es zur Quälerei. Das wird es ja oft genug eh schon, weil es regelmäßig schlecht bezahlt wird.

Wer aber schnell und sauber schreiben kann, wer Spaß am Formulieren hat, ohne sich im Feilen an jedem Buchstaben zu verlieren, wer Texte verfassen kann, die dem Leser geschmeidig und gefällig vom Auge ins Hirn fließen, wer es schafft, bei anderen Menschen Buchstaben zur Stimme werden zu lassen, der ist ein guter Kandidat für das Schreiben als Beruf.

 

NM: Und wie sieht es mit Bedingungen aus, bei denen man Ihrer Meinung nach am besten die Finger vom Schreiben lassen sollte? Es gibt ja auch den Spruch „jede/r trägt ein Buch in sich“, nachgehen muss man dem aber nicht unbedingt können oder wollen?

BS: Generell sollte man sich immer und jederzeit die Frage stellen: „Wer soll das lesen?“ Bei vielen Autobiografien, die die Leute zu Papier bringen wollen, ist die Zielgruppe tendenziell überschaubar. Für alle Texte gilt: Wenn das Thema schlichtweg in einer Nische einer Nische einer Nische stattfindet, sollte man es sich gut überlegen, ob der Aufwand lohnt. Die Erfahrung zeigt aber auch: Es gibt für alles einen Markt. Siehe „Shades of grey“. Hier liegt der Erfolg meines Erachtens eher im Inhalt begründet als in der Form. Aber das ist ein anderes Thema.

Kritisch finde ich es, wenn man in den Beruf startet ohne Rücklagen. Es dauert seine Zeit, bis man genügend Erfahrung hat, um sich an die großen Fische heranzutrauen und man es auch schafft, die schweren Brocken an Land zu ziehen. Viele Anfänger sind unsicher in ihrem Können und fordern dann zu wenig Honorar. Oder nehmen Billigjobs an, die Wortcentpreise im Promillebereich einbringen, aber sie den ganzen Tag an den Schreibtisch ketten. Nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand …“. Das hat aber mit Professionalität nichts zu tun. Das ist eine Notlösung und sollte es auch bleiben.

 

NM: Ich denke beim Schreiben als Beruf hauptsächlich an AutorInnen, WerbetexterInnen und JournalistInnen. Welche ungewöhnlichen Schreibberufe kennen Sie? Gibt es so etwas wie GlückskekszetteltexterInnen eigentlich wirklich? 😉

BS: Irgendjemand muss es ja tun. Allerdings ist das selten ein Job von 9 bis 17 Uhr, sondern eher etwas, was hin und wieder für kleines Geld auf Textbörsen feil geboten wird. AutorInnen, WerbetexterInnen, JournalistInnen sind allerdings auch für sich genommen keine homogene Gruppe. Es gibt AutorInnen, die lustige Romane schreiben, andere verfassen als GhostwriterInnen Sachbücher oder sind FachautorInnen für Schulbücher.

Auch TexterInnen machen die unterschiedlichsten Dinge von Kreuzworträtselverfassen bis Kaffeenamenausdenken. Selbst bei den ÜbersetzerInnen gibt es die Exoten, die beispielsweise Computerspiele aus dem Englischen ins Deutsche übertragen. Die Rückseite der Shampooflasche, Hörspiele fürs Radio, Liedtexte und Geschäftsberichte – das alles wird professionell geschrieben von Menschen, die das Schreiben als Beruf haben.

Mit „Schreiben als Beruf“ möchte ich aber auch die erreichen, die jenseits der Medien beruflich viel schreiben müssen. Zum Beispiel Anwälte. Dieser Berufsstand schreibt jeden Tag seitenweise teils krudes Zeugs und macht sich dabei die deutsche Sprache auf eine Art und Weise zu Nutze, die ihre eigene Faszination hat. Oder denken Sie an Redenschreiber, die Politikern und Firmenchefs die Worte in den Mund legen, oder auch Unternehmensberater, die Businesspläne schreiben müssen, die Bänkern gefallen.

 

NM: Kürzlich habe ich wieder auf Ihrer gerade neu gestarteten Website „Schreiben-als-Beruf.de“ gestöbert und viele nützliche neue Tipps gefunden. Wie entstand die Idee Schreibenden, und zwar ja durchaus auch schon Schreibprofis darunter, unter die Arme greifen zu wollen?

BS: Ich hab schon einige Workshops und Vorträge zum Thema Pressearbeit oder auch rund um bestimmte Textsorten gegeben. Immer für Leute, die schreiben MÜSSEN, beispielsweise in Unternehmen, Verbänden oder Vereinen. Über die Jahre, ja fast Jahrzehnte, kommt da einiges zusammen, was man für sich selbst entdeckt und an nützlichen Tipps aufschnappt.

Unbestritten herrscht großer Bedarf an Unterstützung, Beratung und umsetzbaren Praxistipps bei denen, die beruflich schreiben müssen oder wollen. Auch Schreibprofis sind dankbar für Abkürzungen und Tricks, die ihnen das Schreiben erleichtern. Man möchte ja nicht bei jedem Auftrag das Rad neu erfinden. Ich selbst bin seit 1996 im Job und trotzdem ein Fan von Textertipps, How-to-Ratgebern und Fachliteratur. Viele Texter und Autoren wurschteln ja oftmals als Solo-Selbstständige am Schreibtisch vor sich hin und es fehlt der Blick auf die Kollegen links und rechts. Dabei ist es auch für die eigene Arbeit gut, mal nachzugucken, wie es andere machen.

 

NM: Eine Form des Schreibens, die uns allen täglich sehr häufig begegnet, ist das Schreiben für den Online-Gebrauch. Ob auf Websites oder Blogs, für Online-Werbung oder Social Media-Kanälen – überall Texte! Dabei lesen Menschen heutzutage doch „nicht mehr“! 😉 „Content is King“ heisst es auch oft, andererseits wird mindestens ebenso gerne von „Bullshit-Bingo“ (nichts ist mehr relevant, Hauptsache es fällt auf) gesprochen. Was ist Ihrer Meinung nach das besondere am Schreiben im und fürs Internet?

BS: Ich bin mir sicher, die Leute lesen mehr als jemals zuvor. Überall will etwas gelesen werden, drängt sich als Lies-mich-Nachricht in der Bildschirmecke auf und poppt auf dem Handy ins Blickfeld. Das macht es schwieriger durchzudringen zum Leser. Ohne Aufmerksamkeit nutzt der beste Content nichts. Und mit nutzlosem Content kommt man nicht weit.

Gute Inhalte fürs Netz zu schreiben ist immer eine Gratwanderung zwischen dem Klickköder und dem echten Nutzwert. Einerseits muss man die kurze Aufmerksamkeitsspanne zwischen zwei Scrollwischern nutzen und andererseits gibt es online keine Grenzen, was die Tiefe und Vielfalt an Informationen angeht, die man anbieten kann. Wenn man die Informationen in Häppchen teilt, die für sich genommen attraktiv sind, umgeht man aber auch dieses Problem galant. Das fällt mir als bekennender To-Long-Copy-Schreiberin mitunter schwer.

 

NM: Der Buchmarkt ist mit zigtausenden Neuerscheinungen monatlich nur im deutschsprachigen Raum wahnsinnig dicht und entsprechend heiß umkämpft. Daher gestaltet sich die Verlagssuche auch entsprechend schwierig, will man ein „published author“ werden. Gibt’s Insidertipps, wie man es doch schaffen kann, zum Beispiel, schon für das Exposé-Erstellen eine Expertin, einen Experten mit an Bord holen? Asking for a friend … 😉

BS: Ich weiß, da gibt es tausend Unsicherheiten. Wer kann einschätzen, ob die Schreibe und das Thema buchtauglich sind? Erst das Exposé schreiben und dann zum Verlag? Oder doch lieber eine Agentur suchen? Und wie findet man Experten, die beraten, ehrlich einschätzen können und Kontakte haben?

Experten zu fragen, die das tagtäglich absolvieren, schadet nie, kostet aber. Das muss man letztlich selbst abwägen. Um das Projekt bei einer Agentur anzubieten, braucht es ein Exposé und die ersten 20, 30, maximal 50 Seiten. Dabei helfen bei Bedarf auf Exposéberatung spezialisierte Agenturen, die auch beim Aufbau und Konzeption des Buches helfen können. Ein vollständiges Manuskript ist in dieser Phase noch nicht nötig – eher hinderlich, denn eventuell hat man den Verlag gefunden, aber dort möchte man alles ganz anders haben.

Die wichtigsten Punkte zum Exposé lassen sich schnell googeln, zum Beispiel findet man sie bei Daniela Pucher. Empfehlen kann ich auch das “Handbuch für Autorinnen und Autoren” aus dem Uschtrin-Verlag.

 

NM: Vor einigen Jahren las ich ein Werk der Exil-Ungarin Ágota Kristof („Die Analphabetin“, ein autobiographisches Werk, 2005 auf Deutsch erschienen), in dem sie beschreibt, wie sie, die erfahrende Autorin, der neuen fremden Sprache (Französisch, sie lebte nach ihrer Flucht aus Ungarn über Österreich bis zu ihrem Tod in der Schweiz) jedes Wort abgetrotzt hatte und so zwangsläufig auch zu einem völlig neuen Denken und Schreibstil finden musste, unter dem man sie letztlich auch kennt. Meinen Blog lesen viele Studierende und ich unterrichte auch immer wieder Erasmus-Studierende in wissenschaftlichem Englisch. Können Sie ihnen gute Tipps für das Schreiben in Fremdsprachen geben?

BS: Aus eigener Erfahrung nicht. Aber den Hinweis auf das „Denken“ halte ich für elementar. Denken bestimmt die Sprache – Sprache bestimmt das Denken. Jedes Wort bekommt seine Bedeutung erst durch die Assoziation und die Erfahrung, die wir damit verknüpfen. Ein Finne sieht etwas völlig anders vor seinem Auge, wenn er „Holzhütte“ liest als ein Yanomami, der im Amazonas-Gebiet lebt. Jede Sprache hat ihre eigene Welt und ich kann mir vorstellen, dass man es nur schafft, authentisch eine Sprache zu benutzen, wenn man auch die Szenerie erfasst, in der die Sprache lebt. Wenn schon nicht live, dann durch lesen und sprechen.

 

NM: Zum Abschluss noch die allerwichtigste Frage: Wie geht es denn mit der Seite „Schreiben-als-Beruf.de“ im nächsten halben Jahr, Jahr weiter? Kann man mitmachen, kann man fördern? Wen suchen Sie, für Artikel und Interviews z.B.? Welche Ziele möchten Sie unbedingt erreichen?

BS: Kurzfristig möchte ich die Interviews und Schreibtipps, die in meiner Pipeline schlummern, veröffentlichen. Da sind einige Exoten-Interviews dabei, so viel kann ich versprechen.

Mittelfristig suche ich weitere schillernde Interviewpartner, die beruflich und professionell schreiben. Melden kann sich gerne auch, wer Weiterbildungsangebote für Menschen anbietet, die von Berufswegen schreiben müssen, sollen oder wollen.

Langfristig ist natürlich geplant, dass das Projekt zumindest die Kosten für Hosting, Technik und Chichi einspielt. Gerne auch mehr. Spenden Sie jetzt!

 

NM: Das unterstütze ich gerne: Aufruf an alle LeserInnen dieses Artikels – wenn es Ihnen gefallen hat, schauen Sie doch gleich mal auf die Seite von Frau Stromberg und spenden Sie! Ihnen wünsche ich viel Erfolg und sage herzlichen Dank für das schöne Gespräch! Toi toi toi mit „Schreiben-als-Beruf.de“!

BS: Ich hab zu danken für die interessanten Fragen!

 

 

Intro und Interview von Natascha Miljković, (c) Antworten der InterviewpartnerIn (unverändert), 1. März 2017.

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2017.
© Abbildungen: wie angegeben.

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Die VWA als Familien-Haurruck-Aktion und Genderfalle?

Ich möchte es gerne nochmals betonen: die VWAs (Vorwissenschaftliche Arbeit, in Österreich als neue Form von Maturaarbeit eingeführt), die ich zur Plagiatsprüfung vor Abgabe zugesandt bekomme, sind durchwegs sehr gut:

  • formell gut erstellt, man merkt, auf Zitate wurde viel Wert gelegt,
  • Aussehen wie es sich gehört und
  • Themen, die ich mit 16, 17 Jahren wahrscheinlich weder gewählt noch erarbeiten und beschreiben hätte können (gut, damals gab es auch noch keinen flächendeckenden Zugang zum Internet, das hätte es auch deutlich erschwert).

Verwundert ein wenig, da ich von den SchülerInnen und Eltern auch die andere Seite der Medaille zu hören bekomme:

  • Lehrende, die nicht vom Fach sind oder das Thema nicht schert und den Jugendlichen daher keine Hilfe sein können (und selten auch nicht sein wollen),
  • komplett unzulängliche Informationen zu den Erwartungen,
  • komplett widersprüchliche Aussagen, wie man zitieren muss/soll und
  • manchmal auch falsche Meldungen zum Zitieren/Plagiieren, teils hartnäckige Mythen, die den Lehrenden eigentlich mittlerweile mit Schulungen schon „ausgetrieben“ sein sollten.

Das soll hier keinesfalls ein „Lehrendenbashing“ werden! Ich weiß, wie es vielen von Ihnen beider Arbeit geht, dass es auch nicht immer ein Zuckerschlecken ist, viele klare Aussagen und auch konkrete Informationen fehlen usw. Heute möchte ich mich dennoch einmal auf die SchülerInnen konzentrieren.

Eine Arbeit für alle mit Familiensinn

So weit zumindest der Plan, doch eine VWA betrifft nicht nur die SchülerInnen! Wie einige KundInnen erzählt haben, ist mehr oder minder die ganze Familie eingespannt: ältere Geschwister, die bei der Recherche helfen, Eltern, die das Thema erörtern helfen, Cousinen und Cousins, die Korrektur lesen helfen etc.

 

student life?(Abb.”student life?” von Bradley Higginson @ Flickr)

 

Vor allem die Eltern machen sich oft große Sorgen, da auch VWAs auf Plagiate überprüft werden, die Informationen, die sie dazu aus den Schulen bekommen aber oftmals sehr dürftig sind. Sie fragen sich insbesondere 2 wichtige Fragen – was kann passieren, wenn etwas gefunden wird? und wie um alles in der Welt vermeiden wir das? Je nach Wissensstand der zuständigen Lehrenden und Schulen kommen leider auch viele widersprüchliche Aussagen auf die Eltern zu („alles zitieren“, „kommt drauf an …“, „Betrug“, „Überarbeitung nötig“). Das verunsichert natürlich zunächst gehörig!

Ehrlich gesagt – so einiges davon wäre sehr einfach vermeidbar, wenn Lehrende mehr Hintergründe zu Plagiaten und Plagiatsprüfungen hätten, dann könnten sie auf Teil 2 der drängenden Fragen – was tut man dagegen? – viel konstruktiver reagieren.

Für alle wichtigen Fragen und offiziellen Erläuterungen zur VWA, kann ich die Website „VwA“ des Bundesministeriums für Bildung und den Pädagogischen Hochschulen nur wärmstens empfehlen! Hier können Sie Verordnungen nachlesen, es gibt eine große Materialien- und Fragensammlung (für Lehrende auch einen Überblick über Fortbildungen zum Thema) und vieles mehr.

Und dann auch noch gendern!

Auch das Gendern der VWA ist immer wieder ein Ärgernis in den Augen der Eltern: Wer braucht den sowas?! Hat man nicht schon genug Arbeit und Sorgen mit der VWA?! Muss man die Kinder auch noch mit so einem Kleinkram belästigen?! Reicht es denn nicht aus, wenn sie ein Thema gut und mit gutem, lesbaren Schreibstil erklären können?! Muss man das für einen Einser oder gehört das immer so?! Tja, da war sie wieder, die „Genderfalle“ hat zugeschnappt!

Es scheint als wäre das Thema gendergerechte und inklusive Sprache noch immer nicht wirklich mehrheitsfähig. Wie Sie vielleicht am Ende eines meiner letzten Artikel bemerkt haben, stehe ich dem „gendern“ generell positiv gegenüber und versuche es auch durchzusetzen, wo es nur geht. Ich war zu Beginn als es in Österreich allernorts aufgetaucht war, jedoch absolut nicht begeistert.

Genau wie sich jetzt viele SchülerInnen und Studierende (und eine Vielzahl anderer Grüppchen) heftig mokieren, warum sie denn das auch noch in ihren Texten beachten müssten, verstand ich den eigentlichen Sinn „dank“ völlig fehlgeleiteter Diskussionen und Machogehabe auch vieler offizieller VolksvertreterInnen in sehr vielen Medien (die auch heute noch „für die bessere Lesbarkeit auf die weibliche Form verzichten“!)

Warum in der VWA gendern?

Zum Einen weil es für offizielle Texte in Österreich heute Standard ist! PUNKT! Bestimmungen verstehen und befolgen zu können, die bei der Erstellung eines solchen Textes gefordert sind, wird fast allen MaturantInnen und AbsolventInnen in ihrem Berufsleben wieder unterkommen. Es gibt unzählige Textformen – Berichte, Instruktionen, Verträge usw. – die einer ganz bestimmten Logik und Form folgen.

Diese entstanden, um eine gewisse Vereinheitlichung und damit bessere Verständlichkeit zu erlangen. Dass es über die Jahre und Jahrzehnte zu festgelegten Strukturen kommt, deren Warum und Wieso irgendwann vergessen wurde, ist klassisch für Formalia. Ja, klar ist auch, nicht alle dieser Formalia sind sinnvoll, viele aber durchaus! Heute ändern wir eben die Ansprache von Frauen und Männern in Texten, in wenigen Jahren wird es schon eine Formalie sein, die man macht ohne andauernd zu diskutieren (hoffe ich!).

Schade, dass es SchülerInnen nicht besser erklärt wird und auch vielen männlichen wie weiblichen Studierende noch nicht klar ist, dass die absichtliche Verwendung auch der weiblichen Formen in offiziellen Texten ein großes und wirklich wichtiges Symbol ist – als Österreicherin und Österreicher leben wir in einem sehr schönen, friedlichen und freien Land, in dem jede und jeder geschätzt und respektiert werden soll, solange man sich an alle Regeln und Gesetze hält. Wir sind stolz darauf hier zu leben und schließen niemanden aus. Alle Menschen sind gleich wertvoll und von Gesetzeswegen gleich „wichtig“. DAS bedeutet es für MICH zu gendern!

Wie machen Sie das eigentlich?

Lassen Sie mich wissen, wie Sie das Gendern sehen und wie Sie damit umgehen! Vielleicht sind Sie ja so mutig wie die beiden Schüler*, und schreiben Ihren nächsten Text (für sie die VWA) nur in der weiblichen Form? Männer sind darin natürlich auch alle inkludiert und dürfen sich gerne dazudenken! 😉

* Danke an die beiden Burschen, zwei Maturanten, die ich kürzlich bei einem Zuggespräch belauschen durfte, die mich zu diesem Blogartikel inspiriert hatten! Einer meinte ihn ginge es “auf den Keks”, dass man da so lange drüber streite, ob gendern ja oder nein. Er schreibe nun seine VWA absichtlich ausschliesslich in der weiblichen Form. That’s the spirit! 😉

 

 

Artikel von Natascha Miljković, 16.02.2017

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2017.
© Abbildungen: wie angegeben.

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Publikationen für die Nichtigkeit – viel Wert, aber wenig bis nicht gelesen

Irritierend, ignorant, fehlgeleitet, anmassend bis schlicht lächerlich! So empfinde ich es, wenn ich als Praktikerin und Lehrende bei Anträgen diverser Art nach meiner Publikationsliste gefragt werde, um festzustellen wie „gut“ ich mein Fach ausübe bzw. lehren kann. Das ist diese Woche gleich mehrmals der Fall gewesen. Give me some slack, please!

 

Das Impact Factor-Gespenst

Das „Gespenst“ der Impact Factors eilt immer noch durch die AkademikerInnen-Köpfe und spukt kräftig herum. Seit Jahren wird ihm der Abgesang gezwitschert, und doch, die IF sind beliebt wie eh und je. Und werden doch nutzloser jeden Tag!

In diesem Artikel auf „Smithsonian.com“ wird eine Studie diskutiert, die schon 2007 erhoben hatte, wie selten ein sehr großer Teil aller wissenschaftlichen Publikationen gelesen werden. Vor kurzem habe ich ihn wieder gesehen und – es ist immer noch halbwegs akkurat, auch 10 Jahre danach.

„In the 2007 study, the authors introduce their topic by noting that “as many as 50% of papers are never read by anyone other than their authors, referees and journal editors.” They also claim that 90 percent of papers published are never cited.“

 

knowledge management(Abb.: “Knowledge Management” von Felix Montino @Flickr)

 

UFF!

50% aller wissenschaftlichen Artikel werden nie gelesen und 90% nie zitiert!

So die traurigen und auch erschreckenden Resultate der Studie. Wofür schreiben und publizieren dann WissenschafterInnen so frenetisch?! Das System ist definiv überholungswürdig! Wenn man nur daran gemessen wird, wie viel und wo man publiziert (Impact Factor des Journals!), nicht aber der „wirkliche Impact“ (Zitierrate des Artikels), ist was in arger Schräglage.

Gestritten wird nun allerdings seither nicht, wie man das ändern könnte (AUCH, natürlich, aber anscheindend nicht in den Kreisen, die diese Analysen machen), sondern … warten Sie, jetzt kommt’s … ob die Erhebungen wirklich stimmen, weil andere mit anderen Erhebungen was anderes herausfanden.

“Na no na ned!”, sagen wir dazu in Österreich (bedeutet soviel wie “Ach was! Das ist doch logisch!”))!

 

Keepin’ on writing …

Wie dem auch sei, ich werde weiterhin meine publizierten Artikel zu Plagiatsprüfung und -prävention in Anträgen auf Anfrage erwähnen – und ich werde weiterhin schreiben! Ganz besonders das! Ich bleibe vor allem und zu vorderst beim Bloggen (und neu auch beim Bücher schreiben), als nicht-wissenschaftlichem Schreiben, da ich gemessen an meinen Lesendenzahlen im Blog überzeugt bin, es hat insgesamt einen gar nicht so geringen Einfluss!

ZU viel nur auf die Zahlen (oder Faktoren) sollte man eben auch nicht setzen – wenn ganz allgemein gesprochen nur einige hunderte bis tausende Menschen etwas lesen (würde ich auf Englisch publizieren wären es eventuell deutlich mehr), es niemand öffentlich kommentieren mag, bedeutet es noch nicht, dass es nicht ankommt! Es arbeitet doch in den Menschen weiter.

Immer öfter kommen E-Mails mit Dank zu bestimmten Klarstellungen im Blog hereingeflattert, ich werde bei Events auf das eine oder andere angesprochen usw. Ich hoffe, bei wissenschaftlichen Publikationen ist es für viele WissenschafterInnen ebenso! Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch bei wissenschaftlichen Systemen des Publizierens und Bewertens wird es nicht anders sein!

 
Artikel von Natascha Miljković, 9.2.2017

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2017.
© Abbildungen: wie angegeben.

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Aus der Praxis – Welches Plagiatsprüfprogramm ist “gut”?

Für mich ist es seit langem nur noch ein Randthema meiner Tätigkeit, doch es wird immer wieder dazu nachgefragt: Plagiatsprüfprogramme. Ich stehe ihnen nicht unkritisch gegenüber, wie Sie als treue LeserInnen meines Blogs bereits wissen (siehe hier und hier und hier). Vielleicht verwundert Sie das, schließlich lebe ich unter anderem davon diese Tools zu verwenden. Ganz verurteilen oder gar verteufeln werde ich sie ohnedies nie. Nicht, weil ich notwendigerweise der Meinung bin, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen würden, das müsste im Einzelfall gründlich geklärt werden.

Mein Credo lautet lediglich diese Hilfsmittel immer nur als das anzusehen, was sie sind – HILFSmittel! Sie können BearbeiterInnen NICHT ersetzen, sie können den BearbeiterInnen nur zuarbeiten helfen. Ganz abgesehen davon, dass Sie gar KEINE(!) Plagiate(!) anzeigen (sondern Textähnlichkeiten), finden Sie niemals alle Textähnlichkeiten. Außerdem wäre es mehr als angebracht, sie endlich wieder für das zu verwenden, wofür sie ursprünglich entwickelt wurden – für die Schreibdidaktik. Sie kennen das schon, ich predige es ja oft genug.

meh((c) Abb.: “meh” von Rick Harris @Flickr)


Welches Prüfprogramm ist “gut”?

Eine Frage, die mir in diesem Zusammenhang ebenfalls häufig gestellt wird ist, welches der mittlerweile zahlreichen Tools man am besten verwenden solle. Nun muss ich Sie einmal blank enttäuschen – auf diese Frage lässt sich weder eine schnelle noch eine klare Antwort geben!

Hochschulen, die überlegen etwas zu verbessern, ein Programm zu wechseln bzw. eines ganz neu einzuführen, sei zumindest soviel verraten: Es benötigt genau ausgearbeiteter Strategien wie, wann, von wem und besonders WOZU solche Plagiatsprüfprogramme eingesetzt werden sollen, um gut fundierte und stimmige Entscheidungen treffen zu können.

Prävention von akademischen oder wissenschaftlichen Unredlichkeiten ist als LANGfristiges und MEHRteiliges Unterfangen anzusehen. Nur Software zu haben und irgendeinmal im Studium – salopp gesagt – einen Zitationsstil zu zeigen und zu sagen, wie sie Fussnoten setzen müssen, das wird nicht reichen.

Gerade auf die langfristig angepeilten Ziele kommt es bei der Prävention sehr an, weniger auf die jeweiligen Funktionen der Programme. Einen guten Überblick über die Funktionalität solcher Programme finden Sie unter anderem bei Professorin Debora Weber-Wulff (ihr laut ihrer Website aktuellster Test von 2013 ist hier nachzulesen) und ihren Testberichten von Plagiatsprüfprogrammen.


Wogegen wird abgeglichen?

Sehr entscheidend sind dann besonders auch die Art und Zusammensetzung der Referenzquellen, die im Hintergrund der Programme laufen und das Herzstück der Plagiatsprüfungen sind, an. Darüber erhält die/der UserIn jedoch selten genauere Auskünfte, ein Punkt, der häufig und nicht nur von mir kritisiert wird.

Es können zum Beispiel (im Idealfall) folgende Referenzen sein:

  • Archive von anderen Hochschulen , die mit dem jeweiligen Programm ebenfalls Studierendenarbeiten überprüfen,

  • Ihr eigenes Archiv, eines, das Sie aufbauen, indem Sie das Programm aktiv verwenden und Dokunente darin einspeisen, bzw. bestehende Sammlungen (in beiden Fällen stellt sich hier die Frage des ausreichenden Datenschutzes),

  • ebooks und ejournals,

  • natürlich das Internet insgesamt, sprich Websites,

  • Archive von Bibliotheken und Institutionen,

  • wenn Verträge mit Verlagen bestehen auch Artikel hinter Journal-Paywalls und so weiter.

 

Warum es wurscht ist – Suche nach Anhaltspunkten

Erfahren werden Sie fast immer nur ungefähr, wie viele dieser Quellarten zum Vergleich zur Verfügung stehen, nicht jedoch welche: Ob überhaupt Referenzquellen aus den von Ihnen hauptsächlich betreuten und approbierten Fachgebieten enthalten sind, wie viel davon und wie aktuell, das kann man nie abschätzen. Man hofft also, das genug gefunden wird … oder verlässt sich auf die Erfahrung (also muss gelegentlich 2, 3 Programme testen und miteinander vergleichen, siehe oben). Aber es ist dennoch wurscht! Ja, das ist mein Ernst! Ganz einfach darum, um hier den Bogen wieder zu schließen, weil Sie für die Erfüllung Ihrer Präventionsstrategien NICHT absolut ALLE Fundstellen finden müssen!

Sinnvoll wird sowohl eine stichprobenartige wie auch eine flächendeckende Plagiatsprüfung an einer Institution nur, wenn man sich wie gesagt über diese eigene Strategiesetzung bestmöglich klar ist. Ist eines Ihrer Ziele z.B. „bessere“ Abschlussarbeiten zu bekommen, müssen Sie/muss Ihre Hochschule Studierende VIEL früher mit wissenschaftlicher Literatur und Literaturarbeit in Berührung bringen, mehr Texte verfassen lassen, mehr wissenschaftliche Argumentation verlagen, und natürlich damit einhergehend auch mehr konstruktives Textfeedback geben. Eine Überprüfung nach(!) Abgabe bringt Sie hier nicht weiter! Es ist nur eine letzte Kontrollwarte, damit nicht schrecklich schwarze Schafe durch die Lappen gehen und eine Institution sich herb blamieren würde.

Ist Ihr Ziel jedoch tatsächlich alle kritischen Stellen zu analysieren, sollten Sie dringend einen Schwall TextanalytikerInnen und -GutachterInnen einstellen, Plagiatsprüfprogamme anzuschaffen macht dafür wenig Sinn. Ihre Ziele (mittel- und langfristige) bestimmen, was Sie benötigen!

That’s why …

Darum ist es meiner Ansicht nach ausreichend Anhaltspunkte(!!!) für mögliche Zitierprobleme in Texten zu finden, bevor diese veröffentlicht oder approbiert werden. Anhaltspunkte! Es reicht sich ein gutes Bild über die Verwendung von wissenschaftlicher Literatur der/des jeweiligen Schreibenden machen zu können, um konkreter anleiten zu können, wo es noch hapert. Ob Sie dafür 5000 oder 6356 Referenzstellen durchsehen müssten, ist völlig unerheblich.

Im Umkehrschluss ist natürlich auch klar, dass so viele Anhaltspunkte als möglich gefunden werden sollten, um sich ein gutes Bild von der Lage machen zu können. Aber das ist wieder eine andere Geschichte …

Meine Services zu diesem Thema

Für die Auswahl eines geeigneten Plagiatsprüfprogrammes biete ich Hochschulen und Verlagen meine Expertise gerne an. Kontaktieren Sie mich hierfür – selbstverständlich unter absoluter Verwiegenheit und völlig unverbindlich.

Artikel von Natascha Miljković, 01.02.2017

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2017.
© Abbildungen: wie angegeben.

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Restplätze für Vorträge, Seminare und Workshops im Sommersemester

Für kurzentschlossene Hochschulen in D-A-CH kann ich im Sommersemester 2017 noch in den Wochen 11, 12 und 13 für Weiterbildungen der Lehrenden und/oder Studierenden zur Verfügung stehen. In den Wochen 10, 18, 19 und 22 gibt es auch noch vereinzelt freie Tage zur Wahl.

Mein Portfolio umfasst insbesondere folgende Themen:

  • Plagiatsvermeidung und -prüfung
  • wissenschaftlich Arbeiten und Schreiben
  • wissenschaftliche Recherchetechniken und Literaturarbeit
  • scientific English,
  • Einschulungen in Literaturverwaltungsprogramme Citavi und Endnote
  • und good scientific practice/Responsible Research and Innovation (RRI).

 

(Abb.: auf dass sich die Reihen bald zahlreich füllen mögen!)

 

Zudem biete ich auch Veranstaltungen zu allgemeineren Themen wie:

  • Karriereentwicklung und Networking
  • Self Branding und Reputationsmanagement
  • Habit Tracking und Zeit- und Projektmanagement
  • Motivation
  • Sachbücher konzipieren u.v.m.

 

Alle Veranstaltungen sind auf Deutsch und Englisch verfügbar. Weitere Informationen lasse ich Ihnen sehr gerne per E-Mail zukommen.

Für Anfragen erreichen Sie mich unter office (ät) plagiatpruefung (.) at (leider ist dieser umständliche Spamschutz immer dringender nötig, da manche Firmen wirklich keinerlei Grenzen für Ihre Belästigungen mit Spam kennen)!

Einen Überblick über die KooperationspartnerInnen der vergangenen Semester und Jahre finden Sie hier aufgelistet. Ich arbeite hauptsächlich mit Personalentwickungen, Karrierecentern, Schreibzentren und Alumni-Vereinen von Universitäten und Fachhochschulen zusammen, fallweise auch mit Studierendenvertretungen, Mittelschulen (Gymnasien) sowie Pädagogischen Hochschulen u.a. Weiterbildungseinrichtungen.

Liebe Lehrende – warum treiben Sie Ihre Studierenden absichtlich in die Hände von Ghostwritern?!

ICH doch nicht! Nein, die kann nicht MICH meinen! Nie im Leben! Ich täte das niemals! Also wirklich … Wenn Sie an diesem Punkt sind, haben Sie zumindest schon mal mein Mini-Experiment durchgeführt und meine Theorie bestätigt, dass Clickbaiting auch bei gescheiten Menschen funktioniert – ich bilde mir nämlich immer ein, ich täte das nie und lande dann auf Seiten, die ich nie gesucht hatte. 😉

 

Höchste Zeit für die Notbremse

Zurück zu meinem eigentlichen Thema. Ab diesem Punkt sollten Sie sich nun ernsthaft mit Ihrer Kommunikation Ihren Studierenden* gegenüber auseinandersetzen. Ja, kein verantwortungsvoller Mensch, Lehrender,* WissenschafterIn* würde seinen Studierenden* bei vollem und noch halbwegs intaktem Verstand anschaffen, GhostwriterInnen* zu beauftragen und das selbst schreiben schleunigst bleiben zu lassen.

Dennoch bekomme ich leider sehr regelmässig Feedback von Studierenden*, die vorsichtshalber eine Plagiatsprüfung durchführen lassen möchten, über Mythen und schlichte Mißinformation, die ihnen ihre Lehrenden* zukommen lassen. Wie gesagt, scheinbar leider keine Einzelfälle. Hier ein live Bericht aus meiner Praxis als Plagiatsprüferin*!

 

Aus der Praxis

Ein Anruf vor zwei Wochen: einE StudierendeR* lässt sich dreimal bestätigen, ob man wirklich wirklich wirklich nicht erfahren kann, ob sie/er* eine Plagiatsprüfung durchführen ließ. Auf meine Bestätigung, dass ich nichts weitergeben darf noch werde, zudem ja ein eingetragenes legales Business habe und alles mit rechten Dingen zugehe, fragte ich genauer nach, denn nun war ich schon ein wenig stutzig geworden, warum sie/er da gar so panisch ist.

Sie/er* berichtet mir daraufhin, dass ihnen Lehrende* strengstens eingebläut hätten, dass das Beauftragen einer Plagiatsprüfung jedenfalls ein Schuldeingeständnis(!) sei und sie dann annehmen müssten, würden sie darauf kommen, dass Studierende* eine solche machen liessen, dass die betrügen WOLLTEN.

 

Argh!((c) Abb. “Argh!” von User  “Banalities” @Flickr)

 

Nun bin ich sprachlos,

  1. weil diese Aussage mehrmals von Lehrenden* einer Wiener FH kam (ich werde nicht sagen von welcher, doch es ist zumindest schon sehr erleichternd zu hören, dass es nicht von einer kommt, an der ich auch unterrichte – PRÄVENTION WIRKT DOCH!),
  2. außerdem meines Wissens an ebendieser FH wie an zahlreichen anderen Einrichtungen auch über die Studierenden*vertretung kostenlose Schnellchecks nach Plagiaten durchgeführt werden können(sic!), die sogar ganz öffentlich auf der FH-Website beworben werden(sic sic sic!),
  3. das ganze kompletter Humbug ist, es sehr viele Beweggründe gibt, aber etwas zu erreichen versuchen (formell korrekte Texte abgeben) indem man nicht korrekte Methoden anwendet (betrügen versuchen) ist bei mir noch nie vorgekommen, das steht schon auf Seite 1 meiner Website und dann noch ca. 1000 Mal, dass ich da die falsche Ansprechperson dafür bin und
  4. solche Aussagen wirklich „gefährlich“ sind, die Leute vielleicht erst recht dazu veranlassen könnten es doch auf die leichte Tour zu probieren, wenn man ihnen ohnedies schon von vorneherein und per Generalverdacht das Schlimmste unterstellt, kann man’s ja eigentlich gar nicht mehr richtig machen.
  5. (Luft hol) Außerdem ändert die Plagiatsprüfung noch GAR NICHTS an den Texten selbst und sie ist ohnehin nur ein Tool zum Textvergleich! Entwickelt wurden diese Programme außerdem für genau DAS – Texte professionell formell korrigieren zu können!

 

Jetzt schlägts 13 – mindestens!

So viel Unwissenheit mit didaktischem Holzhammer gepaart, habe ich schon lange nicht mehr zu anderen Themen gehört, aber bei Plagiatsprüfungen scheint wohl häufig das Phänomen zuzuschlagen:

Ich weiss was es ungefähr ist, ich glaube gehört zu haben, dass es da immer Probleme gibt, Genaueres weiss ich nicht, egal, ich bin schrecklich beschäftigt und kann/will/muss mich da jetzt nicht auch noch drum kümmern, lieber den Studis Feuer unterm Hintern gemacht. Augen zu und durch!

Da weiss jeder mitzureden, auch (auch das habe ich schon erlebt) wenn die Betreffenden* noch nie ein Plagiatsprüfprogramm gesehen haben!

Liebe Lehrende*! Ich habe vollstes Verständnis für Sie, kenne (und teile zum Teil auch) die hohen Anforderungen und auch vielen Sorgen des Unterrichtens und Betreuens mit Ihnen, unterrichte Sie ab und an selbst österreichweit in meinen Workshops und Seminaren zu Plagiatsprävention … aber DAS geht zu weit!

 

Careful what you wish for

Solch unqualifizierten Aussagen treibt Studierende* ja förmlich weg von Fragen an Sie, falls sie mal was nicht verstanden haben, und schlimmstenfalls schleunigst in die Hände von GhostwriterInnen*! Total kontraproduktiv!

Nehmen wir uns alle einmal an der Nase – wie ist es um unsere persönliche Fehlerkultur bestellt? Da beginnt es nämlich!

  • Erlauben Sie Studierenden* Fehler zu machen und „schlechte“ Entwürfe abzugeben?
  • Können sie Sie in geschütztem Rahmen fragen, ohne Angst haben zu müssen bloßgestellt oder gar lächerlich gemacht zu werden?
  • Haben Sie Standardantworten á la „Das hab ich doch wohl schon zig Mal erklärt, wie oft denn noch?! “?
  • Setzen Sie viel voraus ohne abzutesten, was Studierende* wirklich schon können/verstehen?
  • Bekommen Ihre Studierenden* mehr als die flapsige Antwort „Ja, schon ganz gut, aber überarbeiten Sie den Text noch ein wenig.“ oder doch konstruktives Feedback dazu, was zu ändern wäre?

 

NEIN, es ist nicht immer leicht zu unterrichten und zu betreuen!

NEIN, es ist nicht fair, wenn an den besonders harten Tagen immer wieder die selben “dummen” Fragen kommen!

NEIN, es ist nicht lustig, wenn trotz all Ihrer Bemühungen vielleicht doch nur mediokre Abschussarbeiten entstehen.

NEIN, es ist nicht angenehm, Plagiatsverdächtigungen verantworten zu müssen.

Lassen Sie alles raus, nur bitte nicht auf dem Rücken der Studierenden!

 

 

Infos fassen! Gerne geschehen!

Und dennoch können Sie dem ohne allzu großen Zeitaufwand beikommen! In diesem Blog biete ich für SIE viele Informationen und Hintergründe zu Plagiatsprävention und -prüfungen. In kleinen, schnell zu lesenden Häppchen! Dabei bin ich so kritisch und so selbstkritisch wie möglich, lasse mich nicht von Standardansichten verleiten, zeige meist Vor- UND Nachteile auf (besonders der Prüfprogramme). Natürlich finden Sie auch eine gute Anzahl anderer Schreiberlinge: von Anwälten zu technisch Versierten zu WissenschaftstheoretikerInnen*, so viele Menschen tragen zu diesem Thema bei!

Gerne stehe ich auch persönlich für sehr dringende Fragen zu Plagiatsprüfungen und allem was dazu gehört zur Verfügung. Zudem biete ich Beratungen für Hochschulen, Erklärungen zu und Einschulungen an Prüfprogrammen, ich unterstütze bei Strategien zur Vermeidung, zum Kauf von Produkten … und natürlich halte ich viele Arten von Schulungen, Workshops u.v.m.

Verlangen Sie auch von Ihrer Einrichtung mehr Unterstützung. Vor allem was die Seminare betrifft konnte ich so schon mancherorts eingeladen werden, weil Bedarf erkannt und/oder geäußert wurde. Meine Empfehlung: Holen Sie sich die Infos, die Sie für sich und Ihre Studierenden* zum Thema Plagiate brauchen!

 

 

* Ich denke gar nicht daran für die vermeintlich bessere Lesbarkeit von Texten auf die faire Ansprache von Frauen zu verzichten! Soviel „Aufwand“ beim Lesen kann durchaus sein! Ich achte darauf neutrale Formulierungen zu setzen, aber wo es nicht anders geht, werde ich weiterhin „gendern“. Stören tut es bislang niemanden, was auch die stetig steigenden BesucherInnen- und LeserInnenzahlen des Blogs zeigen. Aber das wollte ich einmal quasi offiziell klarstellen, weil ich mal darauf angesprochen wurde. Das „warum“ muss allerdings auf einen anderen Artikel warten, vielleicht bald mal. Und überall Sternderln gibt’s bis Weihnachten nimma! Versprochen!
Artikel von Natascha Miljković, 25.01.2017

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2017.
© Abbildungen: wie angegeben.

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10 Sätze, die eine Plagiatsprüferin nicht mehr hören kann

Sie kennen das aus Ihrem Arbeitsumfeld bestimmt auch: Es gibt einige wiederkehrende Sprüche bzw. Fragen, die, wenn sie einen an einem schlechten Tag nicht gleich auf die Palme bringen, so doch ein Stirnrunzeln verursachen, irgendwie verwundern oder nachdenklich stimmen. Leider wird manchmal diese sprichwörtliche „Palme“ (der Frust) umso höher, je öfter man die teilweise kruden „Thesen“ aufklären muss. Manchmal.

Was ich als Plagiatsprüferin schon nicht mehr hören kann und warum, habe ich Ihnen im heutigen Artikel zusammengestellt.

Die “All Time Classics”

1) „Ich habe ein Plagiatsprüfprogramm verwendet, also ist jetzt kein Plagiat mehr in meinem Text! Alles sauber!

Ganz so einfach ist es dann leider auch wieder nicht! Plagiatsprüfprogramme werden fälschlicherweise so genannt, aber sie sind in Wirklichkeit nichts anderes als (sehr ausgetüftelte und meist auch ganz gute) Textvergleichsprogramme. Je nach Menge und Qualität der Vergleichsquellen im Hintergrund verfügbar (plus einiger anderer Faktoren (siehe Blogbeitrag)), umso mehr Ähnlichkeiten zum Prüftext kann es anzeigen.MEHR NICHT, Plagiate kann so ein Programm gar nicht anzeigen!

Außerdem gibt es ja eine Vielzahl unterschiedlicher Formen von Plagiaten und anderen Unredlichkeiten in Texten (z. B. Übersetzungsplagiat, akademisches Ghostwriting), die so im Normalfall sowieso nicht gefunden werden können.

 

2) „Früher war das mit dem Zitieren alles gaaanz anders …“

Nope! Kommt drauf an, wann „früher“ ist, generell war es aber nie so wirklich anders! Man muss verwendete Quellen angeben, wenn man sich darauf in wissenschaftlichen Texten bezieht, gilt wohl schon so lange Menschen kritisch denken und wissenschaftlich arbeiten. Ein Zitat hat vielfältige Funktionen, z. B. zeigt es, dass man sich mit der Hintergrundliteratur gut auskennt, einen anderen Standpunkt bezieht als eine Forschungsgruppe, usw. Zitiert man nicht, nimmt man sich und seinen Argumenten diese wichtigen Funktionen.

Richtig ist allerdings, dass es sehr viele unterschiedliche Formen und Ansichten zum Zitieren gab und gibt! Alleine im beliebten Literaturverwaltungsprogramm „Endnote“ finden sich in der derzeit aktuellsten Version mehr als 6000(!) verschiedene Zitierstile! Zudem sind auch das Konzept des „geistigen Eigentums“, Einstellungen zu Sinn und Zweck von Wissenschaft ansich, zum kollaborativem Schreiben und vielem mehr immer wieder heiß diskutiert.

Und doch bleibe ich beim NEIN – es war früher kaum anders, die Notwenigkeit des Zitierens in den Wissenschaften war schon immer ziemlich ähnlich den meisten der heutigen Ansichten!

 

3) „Bei diesem direkten Zitat ist alles korrekt: es ist eingerückt und unter Anführungszeichen und ich habe die Quelle zitiert. Ist eine halbe Seite verwenden eh ok?“

Wahrscheinlich eher neiiiin! Tatsächlich ist es so wie beschrieben für viele Fachrichtungen ein formell wohl korrektes direktes Zitat. Und doch ist es wahrscheinlich falsch! Denn auch wenn man die ursprünglichen UrheberInnen kennzeichnet, kann man nicht beliebig viel Text übernehmen. In manchen Fächern ist mehr Zitatext erlaubt bzw. sogar unumgänglich (z. B. vergl. Literaturwissenschaften, juristische Texte), meist sollte man sich jedoch auf „weniger ist mehr“ beschränken.

Wie viel „wenig“ ist, ist jedoch sehr schwierig zu beschrieben. Vielleicht hilt dieser Ausblick dabei: Ziel einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit ist, vorzuweisen, dass SIE die geforderte Leistung (diesen Text zu diesem Thema) professionell erarbeiten und beschreiben können. Je mehr „Fremdmaterial“ das „verwässert“, umso schlechter kann Ihre Leistung beurteilt werden.Ein direktes Zitat kann man sich auch als extrem starkes „Highlight“ vorstellen, für das Sie kostbaren Platz in Ihrem Text zur Verfügung stellen und das sie den Lesenden EXTRA unter die Nase reiben. Es muss also AB-SO-LUT essentiell sein, dass Sie den genauen Wortlaut und in der exakten Länge zeigen. Und, bitte nicht vergessen, jedes Zitat und jede andere verwendete Quelle (wie Abbildungen, Tabellen, etc.) MÜSSEN unbedingt im Text diskutiert werden, ansonsten haben sie keinerlei Funktion erfüllt und müss aus dem Text herausgenommen werden. Nur zur „Dekoration“ können sie absolut nicht fungieren!

 

4. „Ach, Sie sind Plagiatsprüferin … also Plagiatsjägerin! Wie spannend!“

Ja, meine Arbeit ist tatsächlich spannend! Ich mag sie sehr und gehe ihr seit mehr als 8 Jahren sehr passioniert hauptberuflich nach, mehr als 6 Jahre davon sogar freiberuflich. Meine Berufsbezeichnung ist jedoch Science Counsellor oder Plagiatsprüferin (lesen Sie hier mein “Mission Statement”). Sogennante „Plagiatsjäger“ (ich weiss nicht, ob sie sich auch selbst so bezeichnen?) legen gänzlich andere Richtlinien und Ziele an ihre Arbeit, insbesondere überprüfen sie längst approbierte Arbeiten, was ich nicht übernehmen will und werde.

 

Facepalm((c) Abb. “Facepalm” von Brendon Grasley @Flickr)

 

Von Studierenden kommt manchmal Folgendes:

5) „Meine Betreuenden meinten, ich müsse xx (beliebige Zahl hier einsetzen) Zitate in meine Abschlussarbeit einbauen, damit ich wirklich wissenschaftlich arbeite.“

Eine irreführende Empfehlung! Manche Hochschulen bzw. Institute haben solche Richtlinien, um Studierende anzuhalten für ihre Abschlussarbeiten ein Minimum an Literatur zu erarbeitet und zu verwenden. Dass es damit wissenschaftlicher werden würde, ist allerdings nicht garantiert!

Ich bin der Ansicht, dass ein paar wenige aber sehr gut ausgewählte Zitate, mit denen man nutzbringend argumentiert (und natürlich auch formell korrekt zitiert), immer noch besser sind, als viele krampfhaft zusammengeklaubte, um die „Quote“ zu erfüllen.

 

6) Ja, diese Abbildung habe ich gezeichnet … also abgezeichnet. Darum muss ich sie nicht zitieren, weil es ja meine ist.“

Das stimmt NICHT! Bitte auch nachgemachte Zeichnungen usw. mit dem Verweis „Abbildung (zitiert) nach …“ oder Ähnlichem kennzeichnen! Sollten Sie daran etwas abgeändert haben, müssen Sie auch das festhalten (z. B.: „Abbildung verändert nach …“). Das Konzept des Eigentums (auch wenn „geistiges Eigentum“ umstritten ist) ist hier nicht anwendbar, da die Idee bzw. die Ausführung schon jemand anderes hatte und Sie nichts mehr Relevantes/kaum Neues beitragen.

 

Und auch Lehrende meinen manchmal:

7) „Ist doch ganz einfach mit diesen Plagiaten – man muss alles zitieren, was man verwendet. Das müsste doch schon Studierenden im 1. Semester einleuchten!

Stimmt, wenn es wirklich sooo einfach wäre, würde es auch schon jede/r gerafft haben! Dann bräuchte es aber auch keine Lehrenden mehr und keine Seminare für wissenschaftlich Arbeiten, oder? Tatsache ist, dass es nun einmal nicht so einfach ist.

Das Wörtchen „alles“ ist schon in sich irreführend, als a) nur alles für mein exaktes Thema Relevantes und b) das ich in meinem Text aktiv anspreche und verwende (also nicht unbedingt Hintergrundinfos und -literatur) zu zitieren sind … NICHT jedoch Allgemeinwissen und schon gar nicht ALLE Zitate, die genau diese Aussage treffen (den Fehler habe ich als junge Studentin gemacht, weil es mich komplett irritiert hat, wen von den vielen ich nun verwenden sollte)!

Was das Allgemeine ist, ist vielen Studierenden nicht klar (Lehrende müssen das für jedes Fach gezielt besprechen und ein paar Beispiele bringen, was sie als zitierfähig UND als zitierwürdig oder eben nicht, ansehen!). Auch die formell korrekte Übernahme von Texten/Inhalten per Paraphrase nicht trivial, auch das muss aktiv geübt werden können, bevor es an die Abschlussarbeit geht. Und genau das passiert viel zu oft nicht oder nicht unter Anleitung.

 

8) „Noch so ein Zeugs, das mir aufgezwungen wird zu verwenden! Plagiatsprüfprogramme, pft! Ich weiss selbst, wann Studierende gute oder schlechte Arbeiten abgeben – solche Software braucht kein Mensch!“

Ach, wissen Sie – ich sehe diese Dinger auch nicht als Allheilmittel an, obwohl ich mich damit auskenne und sie täglich verwende … oder vielleicht genau deshalb. Ich halte aber auch genau so wenig davon Lehrenden (meist wirklich gezwungenermassen) ins Handwerk zu pfuschen und kostbare Zeit zu rauben, indem Sie die Programme verwenden müssen, „weil man das jetzt braucht“. Plagiatsprüfprogramme braucht tatsächlich kein Mensch, aber wenn es sie schon an Ihrer Schule/Ihrem Institut gibt kann man sie auch ganz gut nutzen.

Sehen Sie als Lehrende diese Programme, wenn Sie sie schon verwenden müssen, einfach als kleine Lupe in Textstrukturen an, die Sie für zusätzliche Stichproben verwenden können(!): Arbeiten, die Ihnen Ihrer professionellen Meinung nach ohnedies gut gefallen und ordentlich erscheinen, müssen Sie ja nicht noch in aller Ausführlichkeit plagiatsprüfen. Aber für alle, bei denen Sie ein ungutes Gefühl beschleichen sollte, riskieren Sie einen genaueren Blick mit der Software. Das dauert dann alles auch nicht zu lange!

 

9) „Was gefällt Ihnen mehr – Plagiate zu finden oder keine zu finden?!“

Urgh, immer ein schreckliche Frage für mich! Mir gefällt meine Arbeit – SchülerInnen und Studierenden durch Plagiatsprüfungen zu unterstützen, Lehrende weiterzubilden und Bücher zu schreiben – ausgesprochen gut! Plagiatsprüfungen sind zum Einen nur ein kleiner Teil meiner Tätigkeit und andererseits meiner Auffassung nach (siehe oben) ohnehin nur ein(!) Hilfsmittel, das man im universitären Bereich verwenden kann(!). Sie wurden ursprünglich zur Unterstützung der Schreibdidaktik entwickelt und auch genau dafür bestens geeignet, aber ein Muss sind sie bestimmt nicht.

Wenn ich sie für KundInnen verwende, überkommt mich so etwas wie ein „reverser Jagdtrieb“ – ich hoffe inständigst so wenig Problemstellen wie möglich zu finden (Plagiate finden die Programme ohnehin nicht, siehe auch oben)! Wenn doch, kann ich aber gut weiterhelfen und schreiberische Probleme abwenden bevor sie negative Folgen haben.

 

Und nicht zuletzt auch noch ein Spruch, den ich unter PlagiatskollegInnen immer wieder einmal höre und den ich irgendwie nicht mehr fassen kann:

10) „Eigentlich müssten wir erst mal definieren was ein Plagiat genau ist …

Natürlich ist es nicht zu 100% genau zu definieren was dieses Unwort genau ist und das irritiert, verständlich. Für fast jedes Fachgebiet bestehen andere Richtlinien mit und Bedürfnisse an Zitate. Und dennoch, bitte, könnten wir uns nicht alle zusammen endlich einmal auf das Schreiben an Hochschulen, die Literaturarbeit und all die Dinge konzentrieren, die Studis verstehen sollten (z. B. welche Funktionen Zitate in Texten haben können, siehe auch oben), um gute Text zu machen, als immer wieder dort zu beginnen, wo sie es schon versemmelt haben und Kategorienreiterei zu betreiben, um das „Übel“ einzusortieren?!

 

Nicht allzu ernst nehmen

Wenn Sie sich nun auf den Schlips getreten fühlen sollten, weil Sie den einen oder anderen Ausspruch auch schon auf den Lippen hatten oder noch nicht wissen, was es damit auf sich hat, tut es mir leid. Aber – bitte nicht alles allzu ernst nehmen, das Thema ist schwierig genug!

Ja, diese Sprüche höre ich zwar häufig und ja, sie sind teilweise haarsträubend falsch oder irregeführt. Aber es ist KEIN Problem – informieren Sie sich einfach nochmals genauer, hinterfragen Sie regelmässig, probieren Sie mal was aus!

Mein Blog im Speziellen ist für die „Aufklärung“ von Laien zum Thema Plagiatsvermeidung und -prüfung da … und ich sehe ohnedies alles mit einem gewissen Augenzwinkern! 😉 In diesem Sinne: wenn Sie Fragen zu meinen Spezialthemen haben sollten, scheuen Sie sich nicht zu fragen anstatt im „eigenen Saft“ (i.e. in Ihren Vermutungen) zu schwimmen.

Filmrezension „Lila, Lila“ – widerrechtliche Autorenehren für die Liebe

In „Lila, lila“ spielt der großartige Daniel Brühl den Kellner David, der schrecklich in die Studentin Marie vernarrt ist. Die interessiert sich aber so gar nicht für den unscheinbaren und manchmal leicht einfältig wirkenden Mann und bevorzugt stattdessen ihre möchtegern-illustre Literatenrunde.

Auf einem Flohmarkt findet David eher zufällig einen alten Beistelltisch, der in einer klemmenden Schublade ein altes Geheimnis bewahrt – ein Manuskript eines schönen Romans aus den 50er Jahren. Das Werk zieht ihn in seinen Bann, eine wunderbare Liebesgeschichte ist zu lesen, stellenweise zu Tränen rührend.

 

(Abb.: der sympatische Schauspieler Daniel Brühl, hier 2014 in Cannes;
(c) Georges Biard @ Wikimedia)

Moment einmal: schöne Literatur für eine schöne Literaturstudentin? Das muss Marie doch beeindrucken, denkt sich David sogleich, und setzt seinen Namen auf das Werk, um damit bei Marie ein wenig angeben zu können. Diese ist erstmals tatsächlich kompett hin und weg von ihm, beglückwünscht David zum Meisterwerk und für seinen Sinn für die Liebe. Wer so toll über die Liebe schreiben kann, muss einfach sensibel sein. Sie liebt das Buch – und bald auch David.

 

Rechtliche Bedenken adé

Die kurzen Bedenken von David zu prüfen, ob der tatsächliche Autor des Romans vielleicht doch bekannt ist, sind schnell wie weggefegt, zu toll das neue Liebesglück. Als Marie ihm jedoch schon einige Zeit später eröffnet, sie hätte das Manuskript – „sein“ Werk – einem namhaften Verlag übermittet, der es tatsächlich herausbringen möchte, kann sich David nicht freuen. Was nun?! Vom liebestollen Ghostwriter zum handfesten Dieb gemacht, warten auf David mit der plötzlichen Berühmtheit gleich einmal so einige Abenteuer – hochnotpeinliche Lesungen, öffentliche Ehrungen … und der tatsächliche Verfasser des Romans, Jacky, kommt zum Vorschein.

Zugegeben, Liebesfilme sind so gar nicht „my cup of tea“. Dieser Film ist allerdings eine wirklich nette, leichte Unterhaltung für verregnete Herbstabende und zaubert etwas Spaß und Romantik in den Alltag. Und das ganz ohne Hollywood-Kitsch. Ist doch zur Abwechslung mal fein so!

 

Nicht den eigenen Namen draufschreiben!

Um auch ein wenig über den ernsten Hintergrund der Sache zu sprechen: im „echten“ Leben müssten natürlich zunächt sehr gründlich Autor oder Autorin ausfindig gemacht werden (bzw. deren Erben). Auch wenn sich nicht auf Anhieb jemand finden ließe, dürfte man den Roman nie unter dem eigenen Namen sondern selbstredend nur unter dem Namen des Urhebers, der Urheberin veröffentlichen. Natürlich weiss unsereine/r das, so schusselig und liebestoll wie ein David Kern, so etwas gibt es halt doch nur im Film! 😉

Alle Daten im Überblick

Stil: Komödie, Liebesfilm, Drama

Erscheinungsjahr: 2009

Regie: Alain Gsponer

HauptdarstellerInnen: Daniel Brühl (als David Kern), Hannah Herzsprung (als Marie) und Henry Hübchen (als ursprünglicher Autor Jacky)

 

 

Artikel von Natascha Miljković, 11.01.2017

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2016.
© Abbildungen: wie angegeben.

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Vorschau statt Rückblick – so wird 2017 für die Zitier-Weise

Eine gründliche Analyse des vergangenen Jahres, der vielen Ereignisse und eigenen Leistungen ist für mich immer toll. Viele wertvolle Hinweise für Wachstumspotential und Verbesserungen wie auch viel “Schulterklopfen” für gut Gelungenes kommen da zusammen. Man muss nur zugreifen und sich inspirieren lassen von diesen “low hanging fruits”. Ich mag diese Phase des Jahres sehr!

Nachdem ich nun einige Wochen immer wieder krank herumlaboriert habe und dadurch letzte Woche den Blogartikel leider ausfallen lassen musste, überspringe ich heuer einfach einmal den Jahresrückblick und stürze mich gleich auf die Vorschau, zumindest des ersten Halbjahres 2017. Das ist für Sie als LeserInnen wohl auch ungleich spannender!

 

fruhling_wien3(Abb.: ähnlich wie Blumenzwiebeln unter der Erde wachsen gerade viele Ideen der Zitier-Weise,
bis sie im Frühjahr erscheinen können; (c) N. Miljkovic
)

 

Das erste Halbjahr 2017

Terminlich wird es gleich in den ersten Monaten wieder dicht! Und aufregend!

  • Entrepreneurship Night an Uni Wien (Jän)
  • Event mit SchülerInnen (Feb)
  • Wiener Tage der Bildung (Feb)
  • Buch 1 erscheint (März) <3
  • zwei weitere Buchprojekte gehen in intensivere Phase (Feb-April)
  • wissenschaftliche Erhebung/Mini-Studie schreiben (April)
  • endlich eine liebe Kollegin im Ausland treffen (April)
  • Vortrag bei Plagiarism Conference in Brno (Mai)

Es tut sich wirklich viel, vor allem die Schreiberei für meine nunmehr 3 in Planung befindlichen Bücher hält mich mit all Ihren Vorarbeiten sehr auf Trab. “Daneben” das Hauptgeschäft mit Vorträgen, Schulungen, Plagiatsprüfungen und und und.

Im Blog plane ich wieder eine gute Mischung aus Rezensionen, Interviews mit ExpertInnen und Artikeln zu bringen. Ganz besonders freue ich mich schon auf einige Gastbeiträge, die ich zusammen mit KollegInnen plane. Aber auch die ExpertInnen-Interviews werden Ihnen ganz neue Kulissenzugänge öffnen!

Dann wird im Laufe des Frühjahrs die lange währende Studierenden-Aktion für Plagiatsprüfungen umgestellt. Noch bis Ende Februar besteht die aktuelle Aktion, dann wird mein Preissystem nach 4,5 Jahren auch ein wenig den Zeiten angepasst. Noch tüftle ich daran, wie ich das lösen könnte, wir werden sehen. Studierende werden jedoch auch weiterhin leistbare Unterstützung bei mir finden!

 

img_20130309_195048(Abb.: Feuerwerk über Wien; (c) N. Miljkovic)

 

Blogferien – Schöne Feiertage und Guten Rutsch!

Somit wären wir zusammen am Ende des (Blog-)Jahres angekommen! Ich bedanke mich bei allen KundInnen, Lehrenden, Forschenden, Studierenden, KooperationspartnerInnen, JournalistInnen, FreundInnen und meiner Familie für die bereichernde und spannende Zeit zusammen! Ich freue mich – in welcher Form, online und offline, auch immer – bald wieder mit und zu Ihnen sprechen zu können und mehr über meine Lieblingsthemen zu berichten.

Von 16.12.2016 bis zum 8.1.2017 bin ich für Anfragen eingeschränkt erreichbar (E-Mail), am 11.1.2017 wird der erste Blogbeitrag des neuen Jahres erscheinen!

Verbringen Sie schöne Feiertage und Ferien bis dahin und kommen Sie mit einem sehr guten Rutsch in ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2017 rüber!

Ihre

Natascha Miljkovic

 

 

Top 10 Academic Integrity Boosters

Plagiate und andere akademische Unredlichkeiten kommen durch eine Vielzahl an Gründen zustande. Ihre Vermeidung ist daher für Hochschulen meist ein schwieriges und langwieriges Unterfangen. Vielfach ist jedoch sogar eine Art Schockstarre am Werk, da man kaum weiß, wie man der Lage Frau/Herr werden kann, belässt man es lieber bei “Alibi-Handlungen” (à la “Guidelines gibt es ja bei uns schon.”) und hofft auf die Leistungsfähigkeit der Plagiatsprüf-Software als letzte Instanz.

In dieser Komplexität liegen jedoch auch viele gute Möglichkeiten verborgen, diese Herausforderungen zu meistern! Glücklicherweise hängen viele von ihnen sogar zusammen, wodurch Mehrfachnutzen entsteht. Im Folgenden beschreibe ich die 10 wichtigsten Ansatzpunkte, Academic Integrity Boosters, mit denen Administrationen und Lehrende bzw. Forschende ein Mehr an akademischer Integrität schaffen können.

A plan implies an architect [39/365](Foto: “A plan implies an architect” von Sarah Ross @Flickr)

Meine Empfehlungen – Top 10 Academic Integrity Boosters

Kommunikation: Weiß eigentlich wirklich jedeR um die Werte und Vorgaben, die Ihre Hochschule und Sie von den Studierenden eingehalten haben möchten? Wie bei vielen Schriftstücken ist auch ein Mission Statement oder die Richtlinien zur ‘guten wissenschaftlichen Praxis’ auf der Website der Hochschule zu veröffentlichen nicht gleichzeitig ein Garant dafür, dass sie auch wahrgenommen, umgesetzt und gelebt werden oder vielleicht sogar umgesetzt werden können. Manchmal scheitert es auch schon am finden der Info – oder wissen Sie, WO genau Sie diese Informationen auf der Website oder im Intranet stehen? Relevante Inhalte sollten immer mehrmals pro Semester/Studienjahr und in unterschiedlichsten Formaten vorgestellt und besprochen werden.

Aktion: Setzen Sie ein Beispiel – oder besser gleich mehrere! Nennen Sie Lehrenden und Studierenden konkrete Handlungen, wie die/der Einzelne zur Verbesserung der Wissenschaftskultur beitragen kann. Sollen beispielsweise Studierende mehr Primärliteratur in ihre schriftlichen Arbeiten einbauen, müssen sie den Umgang mit wissenschaftlicher Literatur frühzeitig und an relevantem Material erlernen und verwenden üben können. So können die Standards nachhaltig und für alle beteiligten Gruppen in verträglicher Form gesteigert werden. Lehrende sollten sich dabei nicht blind auf den jeweils anderen verlassen und externe Lehrende ein wenig mehr Einbindung erfahren, damit auch diese es in ihrer Lehre berücksichtigen können.

Lehre: dass man nicht schummeln darf, weiss jede/r, das gilt für Prüfungen wie auch für Texte. Klar! Schon in der Lehre kann man jedoch noch auf ganz anderen Ebenen ansetzen, um akademische/wissenschaftliche Redlichkeit zu steigern. Denken Sie an die Materialien, die Sie im Unterricht – online oder Präsenz – den Studierenden ausgeben. Steht bei Abbildungen und Tabellen immer ein Urheberrechtsvermerk dabei? Wie sieht es bei Präsentationen aus? Wird klar, woher Zitate stammen? Zeigen Sie den Studierenden ganz genau, wie wissenschaftliche Werke aussehen sollen!

Integrieren: Besonders wichtig ist – sprechen Sie es an, wenn Sie Unredlichkeiten oder zumindest Ungenauigkeiten in wissenschaftlichen Arbeiten anderer vermuten. Zum Einen kann man so Fehler oder Ungenauigkeiten frühzeitig finden, andererseits hat mehr Selbstreflexion und eine gute Diskussion der Wissenschaft noch nie geschadet. Integrieren Sie also einige Gedanken an mögliche “blinde Flecken” in der Wissenschaft, in Ihrem eigenen Tun, und Grundsätze der Wissenschaftsethik wie selbstverständlich in Ihr Handeln. Fragen Sie selbst auch bei Bedarf aktiv um Feedback zu Ihrer Forschung oder Lehre.

Timing: für akademische Integrität gilt grundsätzlich – man kann IMMER etwas machen! Und zwar in jedem Fach! Studierende sollten ganz unaufgeregt aber eben regelmässig immer wieder zu diversen Aspekten des wissenschaftlichen Arbeitens etwas erfahren, so auch zu Redlichkeit im Umgang mit Zahlen, Daten, Fakten. In Ihrem Fach geht’s nur um Praktisches? Wunderbar, dann zeigen Sie doch auch einmal Beispiele, wo jemand Mist gebaut hat und welche Auswirkungen das hatte. Aus Fehlern wird man bekanntlich auch klug!

Sie: Wenn Sie das Gefühl haben, gar nicht viel selbst in der Hand zu haben beim Thema wissenschaftliche Redlichkeit, können Sie dennoch etliches Gutes bewirken – bei sich! Bei vielen Konferenzen und Kongressen wird mitgefilmt und sogar auch gestreamt. Kontrollieren Sie daher auch Ihre Beiträge immer gründlich, ob alles zitiert wurde! Geben Sie Fotos und Unterlagen anderer nie ohne Rücksprache weiter. Zitieren Sie immer und innerhalb eines Textes immer einheitlich (Vorbildwirkung). Achten Sie auf gutes Datenmanagement und sichern Sie Daten richtig ab. Hinterfragen Sie sich gelegentlich, ob Sie vielleicht manches absichtlich unbedacht lassen oder machen “weil man das halt so macht”.

Berichten: Whistleblower sind zwar fast überall unbeliebt und werden meist als VerräterInnen und NestbeschmutzerInnen arg verunglimpft. Den Umgang mit ihnen muss man sich als Hochschule genau überlegen, besonders, wenn man nicht möchte, dass Probleme sofort nach außen oder an die Medien getragen werden, bevor es noch eine Chance zum Bearbeitung gab. Informieren Sie sich als MitarbeiterIn, ob es an Ihrer Hochschule Abläufe dazu gibt, wie der letzte Fall gewichtet war bzw. welche anderen Wege man beschreiten könnte(!), sollte der Supergau einmal auftreten und man aus sicherer Distanz einen groben Misstand melden müssen.

Plagiatsprüfung: Oft wird kritisiert, dass Plagiatsprüfungen das Vertrauen in die Studierenden aushebelt und alle unter Generalverdacht stellt. Das ist nicht ganz unberechtigt. Wenn Ihrer Hochschule Ehrlichkeit ein entscheidender Wert ist, den Sie von Ihren Studierenden so ausdrücklich einfordern, muss auch Ihnen gegenüber ein Mindestmaß davon zugestanden werden. Geben Sie bekannt warum und wie Sie das handhaben, warum Sie Abgeschriebenes nicht möchten und

Qualitätsmanagement: Sicherlich gibt es eine entsprechende Stelle an Ihrer Hochschule, die sich nur um das QM kümmert. Natürlich auch der Lehre. Doch kann man Feedbackbögen oder -gespräche auch ganz für sich nutzen und sich immer wieder auch die Sichtweise der anderen im Zusammenhang mit der eigenen Arbeit zu Gemüte führen und daraus lernen sich konstant zu verbessern.

Mitsprache: Häufig wird kritisiert, dass Plagiatsprüfung das Vertrauen in die Studierenden aushebelt und alle unter Generalverdacht stellt. Diese wie auch alle anderen Bedenken im Zusammenhang mit akademischer Unredlichkeit sind sehr ernstzunehmen! Wenn an Ihrer Hochschule Ehrlichkeit, Vertrauen und Transparenz wichtige Werte sind, müssen Sie für alle gleichermaßen und in jede Richtung – von Studierenden ausgehend wie auch zu Studierenden hinführend – gelten. Binden Sie nach dem Prinzip der “bottom up”-Mitsprache alle Beteiligten in die Vorgänge ein, um im Idealfall Konsens über neue Maßnahmen zu erreichen. Aktivieren Sie Studierende Ihre Meinung zu äußern, Beobachtungen zu machen!

 

Artikel von Natascha Miljković, 30. Nov. 2016

© aller Texte: Dr. in Natascha Miljković, Agentur Zitier-Weise, 2012-2016.
© Abbildungen: wie angegeben.

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