Woher kommt die Angst vor Plagiaten und Plagiatsprüfung?

(Abb.: Die Angst vor Plagiaten hemmt Studierende, Lehrende und Hochschul-Verwaltung. (c) Fotolia 170975122 by “stokkete”)   Angst ist höchst individuell und sie sollte immer ernst genommen werden. Doch wie meine eigene Angst vor großen Höhen, ist ein Gefühl von Angst oft auch sehr irrational. Im Zusammenhang mit Angst vor Plagiaten und der Plagiatsprüfung sollte man sie nicht überbewerten: Bei vielen Studierenden kommt Unwissenheit gepaart mit einigen konkreten Quellen und Auslösern zusammen und löst so Angst und Befürchtungen aus. Vieles davon stimmen gar nicht oder ist nur halbrichtig. In Summe kann das Studierende jedoch arg hemmen und sich besonders auf den Schreibprozess auf dem Weg zur Abschlussarbeit negativ auswirken. Woher kommt sie also, die Angst vor Plagiaten? Eine Suche mit Happy End.   Angst vor Plagiaten Hunderte Studierende aus den unterschiedlichsten Fachbereichen haben mir in den letzten Jahren von ihrer Angst vor Plagiaten und ganz besonders auch vor der Plagiatsprüfung berichtet. Besonders diejenigen unter ihnen, die sich sehr bemühen – und das ist die absolute Mehrheit! – ihre Abschlussarbeit sehr gründlich zu erstellen, sind schrecklich verunsichert: Habe ich wirklich alle wichtigen Informationen bekommen/ gefunden? Habe ich alle Anleitungen zum Zitieren auch wirklich verstanden? Was, wenn ein Satz/ ein Zitat nicht stimmt, falle ich dann durch die Plagiatsprüfung? Diese und ganz ähnliche Fragen beschäftigen viele Studierende, oft monatelang. Bis zur Abgabe haben viele die Angst, doch irgendwie etwas falsch gemacht zu haben, ohne dass sie das möchten, einfach aus einem echt blöden Zufall heraus. Ich kann die Frustration der Studierenden sehr gut… Lesen Sie hier weiter!

Print Friendly, PDF & Email

Interview with founder of famous Russian academic NGO Dissernet

Andrei Rostovtsev, one of the founders of the NGO Dissernet

After years of numerous more or less openly announced suspicions and accusations of Russian businessmen and politicians have been fraudulently obtaining their university degrees, some people just about had it. Since plagiarism and fraud is a thread to all people working in academe and science, there must be a „cure“ found to end this decline in academic credibilty. So a group of scientists, journalists, anti-fraud activists and other volunteers came together in 2013 and founded the NGO „Dissernet“. In their aanifesto they declare their goals to be a clensing of the Russian academic system of all fraud, especially when it comes to plagiarism in dissertations and habilitations approbated since the 1990ies. I have had the pleasure to met my inteview partner Andrei Rostovtsev during the International Plagiarism Conference in Brno (Czech Republic) this spring. He is one of the founding fathers of „Dissernet“. Since 2013 he and his colleagues are eagerly working on reaching mentioned goals, and very successfully so! According to the „Dissernet“ website between 2013 and 2016 more than 5600 suspicious documents where checked and 1300 of those were so bad, the „Dissernet“ reports brought justice to the culprits. Prevention of plagiarism is a major part of my own profession since 2010. So it comes as no surprise whatsoever that I know of „Dissernet“ for a long while already and I am glad I finally have the chance to present their work on my blog!   What the Dissernet founder has to say – The interview Natascha Miljković… Lesen Sie hier weiter!

Print Friendly, PDF & Email

Anleitungen für plagiatsfreies Editieren (Rezension)

„Against Plagiarism. A Guide for Editors and Authors“ von Yuehong (Helen) Zhang ist bei Springer in der Reihe „Qualitative and Quantitative Analysis of Scientific and Scholary Communication“ erschienen. Wie der Titel schon sagt, betrachtet dieses Buch die „Geisel Plagiat“ einmal nicht aus Hochschulsicht, sondern von Seiten der Wissenschafterinnen und Wissenschafter, die in Journalen die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten einreichen und der dort zuständigen EditorInnen.  (Abb.: Cover des vorgestellten Buches von Y. H. Zhang; (c) Springer Verlag) Der Einstieg in die Materie Da meine erste fachliche Sommerlektüre 2017 verspricht, mit praktischen Hilfestellungen gegen Plagiarismus aufzuwarten, bin ich reichlich nervös und sehe dem Unterfangen Rezension freudig entgegen. Die ersten, einleitenden Zeilen (der Editorin Sally Morris) lesen sich klar und einfach: Plagiarismus ist Diebstahl und Betrug, auch wenn der Text oder andere Elemente aus eigenen zuvor publizierten Werken stammen (Selbstplagiarismus). Wer mehr als ein paar Zeilen kopiert ohne entsprechende Angaben zu machen, könnte sich auch am Urheberrecht vergehen. Das Problem ist alt, aber Schuld ist heute natürlich das Internet, das kopieren so viel einfacher macht. Starkes Stück! Nur – wenn denn alles so klar und einfach ist, wieso sind wir dann immer noch nicht besonders weit gekommen in Sachen Plagiatsprävention?! Das frage ich mich jetzt und erwarte Aufklärung dazu in diesem Buch zu finden. Nur bis zum vierten Absatz dauert es dann noch, bis die leidige Textabgleichssoftware („Plagiatsprüfsoftware“) erwähnt wird, allerdings erfreulicherweise mit den Hinweisen, dass die Software nicht jede Form von Betrug finden kann, noch alle je erschienenen Texte als Vergleichsmaterialien vorliegen hat,… Lesen Sie hier weiter!

Print Friendly, PDF & Email

Contract cheating – Outsourcing von Aufgaben durch Studierende

Contract cheating war bei der diesjährigen internationalen Plagiarismus-Tagung in Brno DAS Buzzword schlechthin. Tatsächlich ist diese Bezeichnung ein Sammelbegriff für eine spezielle Form von Schummeln an Hochschulen, dem Outsourcing von Aufgaben, allerdings schon rund 10 Jahre alt und somit gar nichts mehr Neues. Für mich ist immer wieder erstaunlich zu hören, wie einfallsreich viele beim Schummeln werden … wäre dieser Energieaufwand nicht gleich viel sinnvoller in das Lernen gesteckt?!   Worum geht es bei contract cheating? Kurz gesagt – einE Studierende umgehen die an sie gestellten schriftlichen Aufgaben, indem sie jemanden beauftragen, der ihre Uniarbeit (von Hausarbeit bis Abschlussarbeit) verfasst (akademisches Ghostwriting). Die Gründe sind wohl genau so vielfältig wie die Methoden, warum jemand einen Schreiberling für seine Uniarbeiten hinzuziegt. Während die LohnschreiberInnen in früheren Jahren ohne entsprechende Internet-Plattformen wohl Bekannte und Empfehlungen von FreundInnen waren, ist die Sache mittlerweile ein riesiger und sehr heterogener Dienstleistungssektor geworden. Die Beauftragung kann über „klassische“ sogenannte Ghostwriting-Agenturen, „essay mills“ (Text-Tausch-Seiten) und Auktionsseiten für FreelancerInnen stattfinden. Wie schnell klar wird, stehen dahinter viele Personen, die super verdienen – ein Millionengeschäft mit dem akademischen Betrug lockt! Denn leider zeigen Studien (z. B. 2017 von Curtis & Clare), dass wohl an die 60% der Studierenden in Großbrittanien zumindest einmal bereits solche Dienstleistungen in Anspruch nahmen. Rechnen Sie auch nur einen Minimalbetrag von 10 Pfund pro erfolgtem Auftrag, kann das ganz schnell in die Millionen gehen!   (Abb.”Arms crossed” von “Forest Runner” @Flickr)   Ich lass das mal wen machen … Wie einfach man zu Texten kommen… Lesen Sie hier weiter!

Print Friendly, PDF & Email

How much academic freedom do you have? Let’s talk politics!

Warum agiert jemand genau so, wie sie/er agiert? Was bewegt sie/ihn etwas zu unterlassen? Diese beiden höchst philosophischen Fragen beschäftigen mich auch in meiner täglich Arbeit mit akademischen Unredlichkeiten. Viele der Gründe und Ausreden sind wohl intern zu suchen, besonders wenn Einzelne meinen mehr verdient zu haben, es besser zu können, die Chancen standen gut nie entdeckt zu werden, usw. Am Dienstag 20.6.2017 berichteten drei WissenschafterInnen aus Russland, Ungarn und der Türkei, wie es ist, wenn der Staat gegen seine eigenen Gelehrten vorgeht. Die über alles erhabene akademische Freiheit Wissenschaft nur für und im Sinne der Wissenschaftsethik zu betreiben, steht im Abseits. Plötzlich verschwimmen die Grenzen von Richtig und Falsch, Gut und Böse. Ein Nachbericht. Aktuelle Lage der Hochschulen im „anderen Europa“ Die ProfessorInnen Ivan Kurilla aus Russland, Balazs Trencsenyi aus Ungarn und Ayse Caglar aus der Türkei (arbeitet in Wien) sprachen am Institut für die Wissenschaften vom Menschen (IWM) mit IWM Felllow Janos Matyas Kovacs über die aktuelle Situation von Hochschulen und dem Bildungssystem in ihren Heimatländern. „Academic Freedom in the ‘Other Europe’“ hieß die Veranstaltung und zeigte bereits im Titel die Richtung auf, die diese drei Nachbarstaaten zur EU hinter sich zu lassen begannen. In Russland gingen einige Jahre lang in scheinbar von höherer Stelle akkordierten Angriffen Behörden systematisch gehen Hochschulen vor, die der Führung nicht in den Kram passten. Dass man in den Jahren zuvor Internationalität von Studierenden selbst propagierte war plötzlich feindliche Gesinnung. Internationale Hochschulen wurden als Quasi-NGOs zum Staatsfeind, die Manipulation und Falschmeldungen des Westens… Lesen Sie hier weiter!

Print Friendly, PDF & Email