OECD-Studie zu e-Learning in Österreich

Man soll ja besser positive Verstärker zum effizienten Lernen nutzen, darum muss ich leider alle angehenden JournalistInnen jetzt bitten diesen Blogbeitrag NICHT zu lesen! Denn leider ist der vorgestellte Artikel kein Musterbeispiel eines Zeitungsartikels, zumindest empfinde ich als Nutzerin es subjektiv so.

 

Artikel à la Kraut und Rüben

Dieser heute im Online-Standard erschienene Artikel zu E-Learning mischt die unterschiedlichsten Dinge zusammen. Da ich das Original zur Studie noch nicht finden konnte, weiss ich nicht, ob das schon in der Studie so war oder erst nachträglich derart seltsam zusammengesetzt wurde. E-Learning wird unreflektiert mit Internetnutzung an Schulen gleichgesetzt, dann kommt plötzlich das Internetnutzungsverhalten von Erwachsenen ins Spiel. Alles klar?! Mir leider nicht ganz.   Alles unklar? Öhm, ja! Die zwei Hauptaussagen des Berichtes sind:

  1. formales Lernen, also Lernen im Schulkontext, findet in Österreich laut Studie immer noch unterdurchschnittlich häufig im und mit dem Internet statt.
  2. Die Internetnutzung als Erwachsene hängt großteils vom Bildungsstand ab – je höher gebildet, umso mehr Internetnutzung.

Soweit so gut. Doch dann spießt es sich für mein Dafürhalten enorm: wir nutzen in österreichischen Schulen das Internet (noch) nicht wirklich viel, aber die gut ausgebildeten Erwachsenen nutzen es deutlich mehr als anderswo?! Ja, und?! Eine Erklärung fehlt leider … oder gibt es nicht.

 

Nicht wirklich stimmig

Gefühlsmässig stimmt das wahrscheinlich sogar! Wo bleibt die Zeit in Österreich: ein Jahr nach meiner Matura hielt auch an meiner Schule schliesslich auch das Internet Einzug. Seither sind schon viele Generationen von SchülerInnen durch die Schulen des Landes geschleust worden. Ein Großteil der Menschen arbeiten heutzutage meist mehrere Stunden am PC, auch mobil mit Tablets und Smartphones.

Wir leben und sind digital!

Das ist ein Fakt, ob es einem gefällt oder nicht (ich persönlich finde diese Entwicklung nicht unproblematisch!)! Mehr noch – obwohl sich der gesamte Wissensmanagement-Prozess von Einzelnen und von Gemeinschaften stark digitalisiert hat, wird Kindern und Jugendlichen selten vermittelt, wie man das Internet nutzen könnte und sollte.

Das stimmt schon traurig! Und trotzdem scheint sich an den Schulen seit Ende der 1990er Jahre fast nichts im Bezug auf e-Learning geändert zu haben?! Oder doch?! Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich, wenn der letzte 007-Film abgedreht ist, oder so ähnlich!

WHAT ARE YOU LOOKING AT?
(Foto “WHAT ARE YOU LOOKING AT?” von nolifebeforecoffee @ Flickr)

 

informelles Lernen immer noch grob unterschätzt

Zum Thema Lernen möchte ich ergänzen: Die Wichtigkeit des informellen Lernens wird meiner Meinung und Erfahrung nach grob unterschätzt und vernachlässigt. Das was uns in der Schule immer so vollmundig mit “nicht für die Schule lernen wir sondern für’s Leben” vorpsalmodiert wurde, tun wir in den Schulen – anscheinend – immer noch nicht.

Wenn jemand positive Beispiele aus Schulen kennt bitte ich um Rückmeldungen dazu, das interessiert mich sehr! Ich weiss, es gibt sie irgendwo!

Wenig verwunderlich ist es daher leider, dass viele Kinder (und Erwachsene!) als “digital natives” das Internet zwar wie selbstverständlich verwenden, sich im Internet jedoch nicht wirklich und oft auch nicht sicher bewegen! In einem meiner nächsten Workshops („Wer suchet der findet … was eigentlich?! – Von der Informationskompetenz abseits von Google & Co.”) werde ich u.a. auch über diese Themen sprechen – was findet man, wenn man in die nette kleine Leiste bei Google und anderen Suchmaschinen etwas eintippt?!

Ja, ja, das Bildungssystem, es ist eine einizige große Baustelle. Trotz aller Kritik, langsam aber sicher tut sich auf vielen Ebenen so einiges in Österreichs Schulen.

 

Ratgeber für sicher surfen im Internet

PS: zum Thema Internetsicherheit für Kinder gab die EU-Initiative saferinternet.at eine sehr interessante und gut zusammengestellte Brochüre heraus: z.B. für Kinder “Safer surfing – Tipps und Tricks zum sicheren Umgang mit dem Internet” (hier online), andere Brochüren auch für Eltern und LehrerInnen.

 

Wünsche Euch allen ein schönes Allerheiligen-Wochenende!

 

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(Bericht vom 2. November 2012; zuletzt upgedated: 9. November 2013)

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About Dr. Natascha Miljkovic

Inhaberin der Firma Zitier-Weise, Agentur für Plagiatprävention. Naturwissenschafterin mit viel Auslandsforschungserfahrung, Wissenschaftsberaterin und präventive Plagiatsprüferin. Berät Bildungseinrichtungen zum Themenkreis akademische Unredlichkeit und unterrichtet, wie man diese (z. B. Plagiate) nachhaltig vermeiden kann. Auch an allen anderen Themen in, um und durch Forschung und Bildungseinrichtungen interessiert.

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