Gründe für schummeln – Werteverfall in der Gesellschaft

Gründe für schummeln – Werteverfall in der Gesellschaft

BLOG-SERIE: GRÜNDE & AUSREDEN FÜR AKADEMISCHES FEHLVERHALTEN   Zwei Artikel, die ich kürzlich las, beschäftigen sich mit möglichen Gründen für akademisches Fehlverhalten, wie schummeln bei Prüfungen oder Plagiarismus. Genannt wird besonders der Verfall der gesellschaftlichen Werte. Werteverfall erklärt Fehlverhalten Im ersten Artikel Speziellen geht es um einen Fotowettbewerb auf den Philippinen, bei dem ein Schüler geklaute Fotos als eigene eingereicht und damit zunächst auch gewonnen hatte.  (Foto “Community” von Jeff Kubina @ Flickr)   Obwohl ich den Ton des Artikels nicht schätze (ich finde er ist sehr im Sinne von “früher war alles besser”, “die Jugend heutzutage ist zu nichts nutze”, etc. verfasst), klingen doch einige interesante Aspekte im Bezug auf schummeln und Plagiarismus an. “We seem to have lost our values.” Auch und gerade in der Plagiatspräventionsforschung muss nach Gründen für Fehlverhalten von Studierenden und Forschenden gesucht und diese analysiert werden. Da spielt natürlich die generelle Einstellung der Umgebung eine Rolle, was jedoch sehr häufig übersehen bzw. negiert wird. “Everything is almost entirely judged on the product produced, not the integrity in producing it.” Doch, ich bin da selber Meinung mit der Autorin des zweiten Artikels: mit der Akzeptanz gegenüber (oder zumindest dem Nicht-Bekämpfen) korrupter und oftmals höchst amoralischer PolitikerInnen und Wirtschaftsleuten, akzeptieren wir Gesellschaftsformen, bei der Leistung zählt, aber der integre und ehrliche Weg dort hin kaum Beachtung findet. “Das macht doch jeder!” – eine ziemlich unreife Ausrede Selbstverständlich färbt das schlechte Verhalten von Erwachsenen auch auf SchülerInnen und Studierende ab. Was zählt im Vergleich da schon ein wenig… Lesen Sie hier weiter!

Angst vor der Plagiatsprüfung durch Verbreiten von Medienberichten schüren?

Plagiatberichte verbreiten oder nicht beachten?!

Soll man Berichte über Plagiat- und ähnliche Skandale und die (angebliche?) Verunsicherung der Studierenden denn überhaupt in den Social Media-Kanälen teilen? Könnte sein, dass man dadurch dazu beiträgt, künstlich noch mehr Angst zu diesem Thema aufzubauen?   Ein auf meiner Facebook-Fanpage gepostetes Kommentar hat mich neulich auf diese Frage gebracht. Ich möchte sie hier gerne näher beleuchten und einige, mir wichtige Aspekte dazu anführen.   Angsthasen aufgepasst! Meine Motivation warum ich Plagiat-Links doch teile Schon seit einigen Jahren beschäftige ich mich hauptberuflich intensiv mit diesen Themen (wissenschaftliche Redlichkeit, Plagiate, Präventionsmaßnahmen), ihren Entstehungsgeschichten und Hintergründen.   Ich bin KEINE „Plagiatsjägerin“ und arbeite NICHT in und für Plagiat-Foren, weder namentlich noch anonym!   Ich bin der Meinung, dass  (auch, wenn es durchaus auch nicht so günstige Entwicklungen auf diesem Gebiet gibt, z.B. Rufmord durch als akademisches whistle blowing getarntes „Vernadern“, wie ich nicht müde werde zu betonen) es entscheidend für das Vorankommen Einzelner und der Hochschulen insgesamt ist, wenn man über diese Dinge offen spricht und sie diskutieren darf.   Ja, manche Einzelne haben vielleicht nun ein wenig Angst vor der Plagiatsprüfung, weil sie (noch) nicht genug darüber informiert wurden; andere mögen die Wichtigkeit des Themas wissenschaftliche Redlichkeit verleugnen. Doch die große Mehrheit ist interessiert mehr darüber zu erfahren!   Besonders auf Facebook sammle ich daher informative, manchmal auch ironisch gemeinte, Links, auf die ich während meiner Arbeit stoße. Es steht natürlich jedem frei diese zu lesen und gerne auch zu kommentieren. Oder eben nicht! Ich sehe das als Service an meinen… Lesen Sie hier weiter!

Eine Titelverteidigung – mein Leserbrief

Eine Titelverteidigung – mein Leserbrief

In der kürzlich erschienenen Wissenschaftsbeilage “Heureka” der österreichischen Zeitschrift “Falter” (Falter Heureka 17/ 13, S. 21) las ich eine interessante Kolumne mit dem Titel „Weg mit Doktor!“. In der zweiten Hälfte wird insbesondere auch auf die Plagiatskandale eingegangen. Hier mein Leserbrief dazu: Eine Titelverteidigung Bei der Führerscheinprüfung fallen jedes Jahr tausende FahrschülerInnen durch. Schafft man deswegen die Führerscheinprüfung ganz ab? Oder prüft nur noch praktisch anstatt auch die vielen so lästige Theorie? Freilich nicht. Ansehen und Respekt liegt wie vieles andere auch im Auge der BetrachterInnen und deren moralischem Verständnis. Also an der Gesellschaft an sich.   Freistetter hat sicherlich recht damit, dass in Österreich und Deutschland im Allgemeinen den Titeln (richtigerweise: im Falle des Dr. handelt es sich um einen akademischen Grad!) sehr viel mehr Gewicht beigemessen. Zumindest mehr als anderswo.   Vergleiche mit Übersee zeigen: In den USA sind auch lang gediente ProfessorInnen sehr rasch auf Du und Du und wollen mit Bill, Mike oder Beth angesprochen werden, anstatt mit Herr Professor, Herr Doktor oder Frau Diplomingenieurin. War zählt ist die Leistung und das Können, dafür bekommt man zumeist auch ausreichend gesellschaftliche Anerkennung.   In Österreich und Deutschland dürfte es sich meines Dafürhaltens bei der angeprangerten „Titelgeilheit“ um ein Überbleibsel aus monarchistischen Zeiten handeln. Und gehalten hat es sich wohl, da in unseren Gefilden echte Leistung und Können selten wirklich gewürdigt werden.   Nur, was hat dieser spezielle gesellschaftliche Umstand mit der Wissenschaft und den geforderten Leistungen zu tun, die für einen Doktorgrad von nötigen sind? Freistetters Argumentation,… Lesen Sie hier weiter!

Plagiate an Hochschulen – Intransparenz statt Aufarbeitung?

Plagiate an Hochschulen – Intransparenz statt Aufarbeitung?

Verschweigen, verstecken, verleugnen?! Hochschulen wird häufig Intransparenz bei der Be- und Aufarbeitung von Plagiatsfällen vorgeworfen. Pessimisten gehen gar von systematischen Mauscheleien und Wegdiskutieren von Problemen aus, wenn der Familienname des Beklagten nur prestigeträchtig und einflussreich genug ist oder genug Geld die passenden Hände erreicht.   Dass nicht immer alles live kommentiert wird oder werden kann, was man gerade bearbeitet bzw. entscheidet, ist völlig normal: Gremien werden gewählt oder bestimmt und arbeiten dann in ihrem Rahmen, der ansich nicht basisdemokratisch ist. Muss er auch nicht.   Natürlich kam es in Einzelfällen schon vor, dass man Problematiken nicht in jedem Fall sehr korrekt und nachvollziehbar behandelt hat. Zu peinlich waren sie, zu unangenehm die Selbstreflexion. Um dem vorzubeugen sollte man jedenfalls konkrete interne Abläufe festlegen und diese offen kommunizieren.     Zum Thema Plagiatsverdacht an Hochschulen muss besonders folgendes berücksichtigt werden:   1)      Intransparenz. Geht man intern gerade einem Fall nach und prüft die vorgebrachten Anschuldigungen noch? Hier sollte sogar aus Gründen der Fairness, besonders natürlich dem unter Verdacht Stehenden gegenüber, zwingend Stillschweigen über die laufenden Untersuchungen gewahrt werden. Das muss dem Informationswunsch Einzelner bzw. der Allgemeinheit eindeutig vorgereiht sein.   Der Schaden von voreiligen öffentlichen Meldungen ist für alle Beteiligten meist sehr hoch, eine fälschliche Vorverurteilung praktisch nicht mehr rückgängig zu machen. Ich halte das (den Amerikanern zugeschriebene, jedoch in anderen Systemen ebenso angewandte) juristische Prinzip des „innocent until proven(sic!) guilty“ für besonders wertvoll, besonders in diesem Zusammenhang!   Die Überprüfung eines Plagiatsfalles bis zum endgültigen Beweiss dauert für gewöhnlich, wie… Lesen Sie hier weiter!

Plagiatsprävention – das muss man vermeiden

Gegen Plagiate hilft vor allem Sorgfalt! Sehr banal, aber es ist tatsächlich so einfach! Lesen Sie im Blog der Zitier-Weise was Sie für effektive Plagiatsprävention machen können!   Drei praktische Tipps dazu Wissenschaftliche Sorgfalt beginnt schon beim Einlesen in ein Thema: Zu einem guten und korrekten Notizenmanagement gehört immer auch ein rigides Festhalten der Zitate. Ohne ist nicht! Wie und wo die Literaturzitate festgehalten werden, ist dabei völlig unerheblich. Natürlich kann man bei Manuskript-Versionen in ein halbwegs durchdachtes Grundgerüst der eigenen Arbeit direkte Zitate hineinkopieren. Ich möchte Copy & Paste nicht von vorneherein verteufeln, es ist durchaus sehr nützlich. Ich persönlich mache das auch gelegentlich, um geeignete Ideen und Denkimpulse genau dort festzuhalten, wo ich sie brauche. Allerdings markiere ich fremde Textelemente farbig und kennzeichne sie so nochmals als nicht von mir stammend, dann kann nichts passieren. (Foto “check up from the neck up” von The Consumerist @ Flickr) Wer hat’s erfunden? Da hat die Werbung einmal recht! Wie im “Ricola”-Werbespot muss man immer den “Erfinder” angeben. Auf die Wissenschaft übertragen: man muss sich IMMER die Urheber dazuschreiben und im Anschluss beim Überarbeiten die Zitate ordentlich einarbeiten, sprich in das Gefüge der eigenen Hypothesen und Argumente einpassen (paraphrasieren)! Dann ist das zulässig, wohlgemerkt – wieder wirklich nur WENN die/ der UrheberIn mit dabeisteht! Zu viele direkte Zitate zu verwenden ist (meist) ungünstig! Erstens meist weder inhaltlich notwendig, noch in den meisten Fächern als guter wissenschaftlicher Stil angesehen. Mich als Plagiatprüferin macht es schon einmal etwas misstrauisch. Ausnahmen davon gibt es… Lesen Sie hier weiter!