Wenn Geister Bücher schreiben – meine Filmrezension zu Polanskis The Ghostwriter

Was in der akademischen Welt äußerst verpönt ist, ist in anderen Branchen als durchaus ehrenhafte Tätigkeit anzusehen: Ghostwriting, also das Schreiben von Werken für andere, zumeist ohne den eigenen Namen zu nennen. Nun ja, wer glaubt heute noch, dass alle Politiker, ManagerInnen und andere einflussreiche und berühmte Menschen ihre stolz präsentierten Bücher und ihre Reden tatsächlich selbst verfasst haben? Natürlich steht dahinter häufig einE AndereR!   Das Konzept Ghostwriting erschließt sich vielen noch immer nicht so ganz. Böse gesagt, herrschen diese Klischees noch häufig vor: zu viel Ehrgeiz und viel Geld treffen auf keine Zeit, kein Talent und nicht genug Interesse. Und spannend finde ich ja diese Frage: Wollen die Ghostwriter denn nicht für IHR Werk geachtet und bewundert werden können?! So stellt man sich das als Laie dann auch in Ansätzen durchaus alles ziemlich kompliziert vor. Mich hat das schon in jungen Jahren fasziniert, wieso man das nicht publik machen sollte, wer was schreibt. Ist doch nichts dabei! Oder? Wenigstens nehme ich mir ein Synonym, dann weiss es eh niemand?? Ich sagte ja schon – Laiendenke eben!   Und doch, wie meine Überschrift schon ahnen lässt, muss etwas an diesem Thema dran sein, denn es gibt dazu auch einen Film, ein gut gemachten Roman Polanski-Thriller noch dazu, 2010 bei der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet. Vor einiger Zeit habe ich ihn mir angesehen und war sehr sehr begeistert! Wenn Geister Bücher schreiben …   (Foto “phantom (cc)” von “marfis75” @ Flickr) „Er wirkte nicht… Lesen Sie hier weiter!

Plagiarismus ok? – Jobanzeige geriet zu leger

Wieder gibt es einen Gegenbeweis. Allen, die meinen, Plagiarismus ist doch klar (nicht ganz, lesen Sie dazu auch meinen Beitrag zu Definitionen) und die negativen Auswirkungen, die copy & paste haben kann, MUSS doch heutzutage schon jeder verstanden haben, lege ich diesen Link ans Herz.

 

Copy and Paste
(Abbildung “Buzzword Bingo: Copy and Paste” von “planeta”/Ron Mader @ Flickr)

 

Plagiarismus – leider doch nicht so klar

Anscheinend ist es doch noch nicht so ganz durchgedrungen. Dieses kanadische Jobinserat erregte diese Woche nämlich die Gemüter, nicht nur in Toronto.

 

“One must use proper English and if there is
need for plagiarism, then so be it, but citation
must be done in correct order.”

Ich dachte beim ersten Lesen “Was soll das denn?! Solche Scherzkekse!”. Vermutlich hat hier jemand die Handlung copy & paste mit Plagiarismus gleichgesetzt, denn die Notwendigkeit zu einer Zitation ist angeführt.

Naja, insgesamt wohl eine eher legere Jobanzeige! Auch im Journalismus gilt: die Geister, die man rief, wird man nur schwer wieder los, darum – besser nicht verschreien!

 

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(Bericht vom 30. Oktober 2013)