Introvertiert sein ist keine Krankheit – Beitrag über die leisen Menschen

Kategorisierungen sind grundsätzlich etwas Praktisches, außer wenn es um Menschen und ihre – vermeintlichen – Eigenschaften und Eigenheiten geht. Besonders der Begriff Introvertiertheit ist dermassen falsch verstanden, dass es fast schon an Diskriminierung grenzt.   Klischee lass nach Die einen sitzen nur still im Eck herum und trauen sich niemanden anzusprechen. Die anderen flirren fröhlich und laut lachend von einem zum anderen und sind die Seele jeder Party. Die einen haben keine Freunde, weil sie zu schüchtern sind ins Gespräch zu kommen. Die anderen sind erfolgreich, reich und schön. Die einen sind introvertiert. Die anderen extrovertiert. Wenn es so leicht wäre …   Introvertiert sein ist keine Krankheit Man sollte es nicht für möglich halten, doch für Intros gibt es Selbsthilfegruppen, Ratschlag-Bücher, wie sie ihren „Charakter“(!) ändern können usw. Muss das sein? Besieht man sich gängige Definitionen und Beschreibungen dazu, liest man lediglich von introvertierten Menschen, die gerne mit sich alleine sind, unter Menschen lieber zuhören statt zu reden und sich allgemein mit Menschen kennenlernen ein wenig länger Zeit lassen möchten, weil sie eher in die Tiefe gehen. Dazu habe ich einen interessanten Blog eines “Betroffenen” gefunden, der unter anderem eine Sammlung von Eigenschaften Introvertierter bietet. 10 klassische Mythen lassen sich auch auf dieser Website nachlesen. Ja, ich selbst gehöre auch zu dieser Gruppe von Menschen, was meine besten FreundInnen jedoch nie so ganz glauben können. Klar, die kenne ich zum Teil schon seit Jahrzehnten, mit ihnen um mich herum bin ich daher sicher, wie die sind, wie sie reagieren,… Lesen Sie hier weiter!

Frauen machen alles falsch! – Gender und Karriere

Egal wie frau es macht, es scheint immer falsch oder zu wenig zu sein? „Nur“ Karriere machen aber keine Kinder haben zu wollen ist doch nichts, da fehlt doch was. Aber für eine Zeit lange oder für immer „nur“ Hausfrau und Mutter sein zu wollen, ist in den Augen der Gesellschaft auch pfui! Als Powerfrau muss man ja wohl im Stande sein, beide Welten unter einen Hut zu bringen oder man ist unfähig. Kein Wunder, dass besonders jüngere Frauen sagen – DEN Hut hau ich Euch eher drauf, als ihn anzunehmen! Was sollen Platitüden über diese beiden Frauenpole – Karriere einerseits und Kinder andererseits – genau bedeuten? Es scheint, die Welt der Frauen drehe sich um nichts anderes und dürfe sich um nichts anderes drehen! Von frei von Einmischung entscheiden können, kann sowieso keine Rede sein. Aber wieso muss jede alles mögen und können, nur weil es anderen halt gefällt so zu leben?   Glitzer und Rosa Gleich zwei sehr unterschiedliche Erlebnisse diese Woche brachten mich darüber zum Nachdenken. Zum einen war ich ihm Rahmen eines Gender-Projektes an einer Wiener Fachschule zu Gast und habe mit Mädchen um die 16 bis 18 Jahre gesprochen. Was die zu sagen hatten, fand ich mutig und sehr selbstbewusst. So mache Erwachsene in meinem Alter (also gut doppelt so alt wie die Mädchen!) würden sich das nicht (mehr?) sagen getrauen. “Na und? Dann bin ich halt ein Mädchen, das Glitzer und Rosa mag. Die Klischees haben ja andere im Kopf!” kam die prompte Antwort… Lesen Sie hier weiter!

Gender im Bildungs- und Forschungsbetrieb (k)eine Frage? – Retrospektive Alpbach 2014 (5/5)

Haben Sie heute Morgen Ihre Frühstückssemmel bei einem Bäcker oder einer Bäckerin gekauft? Und wie sah es danach aus, zu wem haben Sie Ihre Kinder gebracht – zum Herrn Lehrer oder der Frau Lehrerin? Schon ein wenig absurde Fragen, oder? Ja, die meisten Menschen machen bei solchen Dingen keine besonderen Unterschiede, sowohl die Männer als auch Frauen werden ihren Job schon gut machen. Viele andere orten hier schier existenzbedrohende Schützengräben! Nicht zuletzt seit meinem zweitägigen Intensiv-Workshop an der Technischen Universität Wien zu Beginn des Jahres, bei dem um Karriereplanung für angehende Wissenschafterinnen ging, beschäftigt mich die Frage nach dem Geschlecht in der Wissenschaft auch beruflich.   Gender und Wissenschaft – (K)eine Frage! Oder? Lächerlich! Die hehre Wissenschaft, die muss doch über so einem Kinderkram stehen! Nowak, Chefredakter der Tageszeitung „Die Presse“, sollte mehrfach während dieser von ihm charmant moderierten Podiumsdiskussion darüber ins Schwitzen kommen, nicht zuletzt dank der Eloquenz einer der TeilnehmerInnen, Rektorin Rosenberg. Doch auch das Thema ist mehr als brenzlig, da kann einem schon manchmal ein wenig anders werden. Bezugnehmend auf ein aktuelles Geschehen fragten wir uns gemeinsam: Wie kann es sein, dass ein offener „Brandbrief“ gegen das Gendern in der österreichischen Sprache auch und besonders öffentlichkeitswirksam sogar von zahlreichen österreichischen WissenschafterInnen (als männlichen wie weiblichen!) unterzeichnet und verteidigt wurde? Eine sprachliche „Normalität“ solle wieder einziehen, wird darin gefordert, ohne diese Normalität genauer zu definieren. „Früher“ (wann war das genau?) war alles besser, oder so. Bitte wie? Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier zu viele… Lesen Sie hier weiter!