Gründe für schummeln – Werteverfall in der Gesellschaft

Gründe für schummeln – Werteverfall in der Gesellschaft

BLOG-SERIE: GRÜNDE & AUSREDEN FÜR AKADEMISCHES FEHLVERHALTEN   Zwei Artikel, die ich kürzlich las, beschäftigen sich mit möglichen Gründen für akademisches Fehlverhalten, wie schummeln bei Prüfungen oder Plagiarismus. Genannt wird besonders der Verfall der gesellschaftlichen Werte. Werteverfall erklärt Fehlverhalten Im ersten Artikel Speziellen geht es um einen Fotowettbewerb auf den Philippinen, bei dem ein Schüler geklaute Fotos als eigene eingereicht und damit zunächst auch gewonnen hatte.  (Foto “Community” von Jeff Kubina @ Flickr)   Obwohl ich den Ton des Artikels nicht schätze (ich finde er ist sehr im Sinne von “früher war alles besser”, “die Jugend heutzutage ist zu nichts nutze”, etc. verfasst), klingen doch einige interesante Aspekte im Bezug auf schummeln und Plagiarismus an. “We seem to have lost our values.” Auch und gerade in der Plagiatspräventionsforschung muss nach Gründen für Fehlverhalten von Studierenden und Forschenden gesucht und diese analysiert werden. Da spielt natürlich die generelle Einstellung der Umgebung eine Rolle, was jedoch sehr häufig übersehen bzw. negiert wird. “Everything is almost entirely judged on the product produced, not the integrity in producing it.” Doch, ich bin da selber Meinung mit der Autorin des zweiten Artikels: mit der Akzeptanz gegenüber (oder zumindest dem Nicht-Bekämpfen) korrupter und oftmals höchst amoralischer PolitikerInnen und Wirtschaftsleuten, akzeptieren wir Gesellschaftsformen, bei der Leistung zählt, aber der integre und ehrliche Weg dort hin kaum Beachtung findet. “Das macht doch jeder!” – eine ziemlich unreife Ausrede Selbstverständlich färbt das schlechte Verhalten von Erwachsenen auch auf SchülerInnen und Studierende ab. Was zählt im Vergleich da schon ein wenig… Lesen Sie hier weiter!

Eine Titelverteidigung – mein Leserbrief

Eine Titelverteidigung – mein Leserbrief

In der kürzlich erschienenen Wissenschaftsbeilage “Heureka” der österreichischen Zeitschrift “Falter” (Falter Heureka 17/ 13, S. 21) las ich eine interessante Kolumne mit dem Titel „Weg mit Doktor!(2013)“. In der zweiten Hälfte wird insbesondere auch auf die Plagiatskandale eingegangen. Hier mein Leserbrief dazu: Eine Titelverteidigung Bei der Führerscheinprüfung fallen jedes Jahr tausende FahrschülerInnen durch. Schafft man deswegen die Führerscheinprüfung ganz ab? Oder prüft nur noch praktisch anstatt auch die vielen so lästige Theorie? Freilich nicht. Ansehen und Respekt liegt wie vieles andere auch im Auge der BetrachterInnen und deren moralischem Verständnis. Also an der Gesellschaft an sich.   Freistetter hat sicherlich recht damit, dass in Österreich und Deutschland im Allgemeinen den Titeln (richtigerweise: im Falle des Dr. handelt es sich um einen akademischen Grad!) sehr viel mehr Gewicht beigemessen. Zumindest mehr als anderswo.   Vergleiche mit Übersee zeigen: In den USA sind auch lang gediente ProfessorInnen sehr rasch auf Du und Du und wollen mit Bill, Mike oder Beth angesprochen werden, anstatt mit Herr Professor, Herr Doktor oder Frau Diplomingenieurin. War zählt ist die Leistung und das Können, dafür bekommt man zumeist auch ausreichend gesellschaftliche Anerkennung.   In Österreich und Deutschland dürfte es sich meines Dafürhaltens bei der angeprangerten „Titelgeilheit“ um ein Überbleibsel aus monarchistischen Zeiten handeln. Und gehalten hat es sich wohl, da in unseren Gefilden echte Leistung und Können selten wirklich gewürdigt werden.   Nur, was hat dieser spezielle gesellschaftliche Umstand mit der Wissenschaft und den geforderten Leistungen zu tun, die für einen Doktorgrad von nötigen sind? Freistetters Argumentation,… Lesen Sie hier weiter!