10 Sätze, die eine Plagiatsprüferin nicht mehr hören kann

Sie kennen das aus Ihrem Arbeitsumfeld bestimmt auch: Es gibt einige wiederkehrende Sprüche bzw. Fragen, die, wenn sie einen an einem schlechten Tag nicht gleich auf die Palme bringen, so doch ein Stirnrunzeln verursachen, irgendwie verwundern oder nachdenklich stimmen. Leider wird manchmal diese sprichwörtliche „Palme“ (der Frust) umso höher, je öfter man die teilweise kruden „Thesen“ aufklären muss. Manchmal. Was ich als Plagiatsprüferin schon nicht mehr hören kann und warum, habe ich Ihnen im heutigen Artikel zusammengestellt. Die “All Time Classics” 1) „Ich habe ein Plagiatsprüfprogramm verwendet, also ist jetzt kein Plagiat mehr in meinem Text! Alles sauber!“ Ganz so einfach ist es dann leider auch wieder nicht! Plagiatsprüfprogramme werden fälschlicherweise so genannt, aber sie sind in Wirklichkeit nichts anderes als (sehr ausgetüftelte und meist auch ganz gute) Textvergleichsprogramme. Je nach Menge und Qualität der Vergleichsquellen im Hintergrund verfügbar (plus einiger anderer Faktoren (siehe Blogbeitrag)), umso mehr Ähnlichkeiten zum Prüftext kann es anzeigen.MEHR NICHT, Plagiate kann so ein Programm gar nicht anzeigen! Außerdem gibt es ja eine Vielzahl unterschiedlicher Formen von Plagiaten und anderen Unredlichkeiten in Texten (z. B. Übersetzungsplagiat, akademisches Ghostwriting), die so im Normalfall sowieso nicht gefunden werden können.   2) „Früher war das mit dem Zitieren alles gaaanz anders …“ Nope! Kommt drauf an, wann „früher“ ist, generell war es aber nie so wirklich anders! Man muss verwendete Quellen angeben, wenn man sich darauf in wissenschaftlichen Texten bezieht, gilt wohl schon so lange Menschen kritisch denken und wissenschaftlich arbeiten. Ein Zitat hat vielfältige Funktionen, z. B. zeigt… Lesen Sie hier weiter!

Buchrezension – “False Feathers, a perspective on academic plagiarism” von Debora Weber-Wulff

In sieben spannenden Kapiteln handelt die Informatikprofessorin Debora Weber-Wulff zahlreiche unterschiedliche Anschauungen, Definitionen und Aufdeckungsmethoden rund um Plagiate gekonnt und durchaus unterhaltsam ab. Auch kurze Einblicke auf andere Phänomene wissenschaftlicher Unredlichkeiten werden besprochen. Selbst seit Jahren auf dem Gebiet der Aufdeckung tätig (ihre Plagiatsoftware-Vergleiche können Sie auf Weber-Wulffs Website nachlesen) lebt insbesondere dieser Abschnitt von ihren unzähligen eigenen Erfahrungen und Forschungstätigkeiten. Interessierte am deutschen Phänomen der zumeist anonymen „Plagiatsjäger“ in Foren wie „VroniPlag Wiki“ und „GuttenWiki“ kommen dank Weber-Wulffs langjähriger Mitarbeit darin ebenfalls voll auf ihre Kosten: Nebst einigen mehr oder weniger bekannten Fällen von Plagiatsuntersuchungen der letzten Jahre, liefert Weber-Wulff einen ausführlichen aber keinesfalls langatmigen Einblick in die Entstehung und Hintergründe sowie – wie mir sehr positiv aufgefallen ist! – auch einiges an Selbstkritik zu besagten Foren und deren Arbeit. Auch für bereits im Thema belesene Fachkräfte wie mich finden sich nicht zuletzt dank der sehr ausführlich aufbereiteten Quellenangaben am Ende jedes Kapitels reichlich Neuentdeckungen und so mancher bislang unbekannte historische Fall, dem es nachzugehen gilt. Ich fürchte bereits Schlimmes um mein Buchbudget und meine Kreditkarte … zu Hilfe!! Weitere Informationen zum Buch finden Sie beim Springer-Verlag, dem ich herzlich für die Überlassung eines Rezensions-e-books danken möchte!   (Cover: Springer Verlag) Hier die Rezension von “False Feathers” als pdf downloaden!     Let’s get it started! Kürzlich hatte ich das große Vergnügen eines von leider immer noch sehr wenigen Werken über mein Fachgebiet rezensieren zu dürfen. Dieses sehr angenehm geschriebene – und so insbesondere auch für Laien leicht lesbare –… Lesen Sie hier weiter!

Nicht nur PolitikerInnen auf der Abschussliste der Plagiatsjäger

Nicht nur PolitikerInnen auf der Abschussliste der Plagiatsjäger

(*) Achtung – heute teilweise sehr tief fliegende Satire! 😉 Viel ist schon über Plagiatsjäger geschrieben worden. Ich gebe es zu, ich mag diesen Begriff gar nicht! Es hat für mich etwas Gewalttätiges und Irrationales an sich. Ich persönlich sehe mich auch auf gar keinen Fall als „Jägerin“, da ich zum überwiegenden Teil in der Prävention tätig bin. Meine KundInnen muss ich nicht „erlegen“, sie kommen freiwillig zu mir! Allesamt sind sie noch im Abfassen und Lektorieren Ihrer Texte, sei es Abschlussarbeiten oder Publikationen, und wollen sich dabei wissenschaftlich möglichst korrekt verhalten. 😉   Taxonomie einer Jagd Ein Aspekt an der Chose „Plagiatsjagd“ interessiert mich dran allerdings nun wirklich sehr. Die Taxonomie, wer aus welcher Motivation hinter der Plagiatssuche steckt! (Foto “BENJI MARSHALL & DAVID KIDWELL von “NAPARAZZI @ Flickr) (Anm.: der Haka wird oft als Kriegstanzz der Maori beschrieben)   Ergib Dich, sonst jage ich Dich Zum Teil kenne ich manche Plagiatsjäger persönlich, zum Teil spekuliere ich hier über die Beweggründe. Warum auch immer sich jemand auf diesem Gebiet betätigt – ob anonym oder namentlich genannt, ob medial wirksam oder nur zu Dokumentationszwecken – ich möchte niemandens Beweggründe schlecht reden oder gar deren Legitimität abstreiten! Mir liegt besonders am Sensibilisieren und aufmerksam machen, was es bedeuten kann Plagiate zu prüfen! Selbstverständlich sind mit unten stehenden Typologisierungen keine reel existierenden Personen beschrieben. Ähnlichkeiten werden möglicherweise vorkommen, doch sind diese nicht von mir beachsichtigt. Die Phrase Plagiate prüfen ist ansich ja schon total widersinnig, denn man vergleicht ja nur Textelemente mit anderen… Lesen Sie hier weiter!